DRFZ im Profil

Dem Rheuma auf der Spur.

Die Wissenschaftler des Deutschen Rheuma-Forschungszentrums Berlin (DRFZ) sind seit 1988 dem Rheuma auf der Spur. Heute zählt das DRFZ, ein Institut der Leibniz-Gemeinschaft, zu den international führenden Instituten auf dem Gebiet der Immunologie, experimentellen Rheumatologie und Rheuma-Epidemiologie. Dies ist nicht zuletzt auf die einzigartige fachübergreifende Zusammenarbeit zurückzuführen.

Am DRFZ erforschen, Biologen, Chemiker, Mediziner, Soziologen, Statistiker und viele andere Wissenschaftler die rheumatischen Erkrankungen in drei Programmbereichen: „Pathophysiologie rheumatischer Entzündungen“, „Regenerative Rheumatologie“ und „Epidemiologie und Versorgungsforschung“.

Die Forschungsthemen der beiden biomedizinischen Forschungsbereiche ergänzen sich eng: Der Programmbereich „Pathophysiologie rheumatischer Entzündungen“ widmet sich den chronisch entzündlich-rheumatischen Erkrankungen. Hier sind Entzündungsprozesse Auslöser für die Erkrankung, was letztendlich zu massiven Schäden in verschiedenen Organen, darunter den Gelenken führt. Die Wissenschaftler untersuchen, welche Prozesse der Entgleisung des Immunsystems zu Grunde liegen und wie fehlgeleitete Prozesse im Körper gezielt reprogrammiert werden können. Sie entwickeln innovative diagnostische und therapeutische Strategien für langfristige, therapiefreie Remissionen. Nach Beseitigung der Entzündung bleibt allerdings geschädigtes Gewebe zurück. Auch bei Arthrose ist das Gelenkgewebe beschädigt – allerdings verursacht durch mechanische Abnutzung des Gelenkknorpels. Dadurch kommt es zu erhöhter Reibung im Gelenk, es entstehen schmerzhafte Entzündungen. Schließlich  kommt es zum Funktionsverlust. Die Forscher des  Programmbereichs  „Regenerative Rheumatologie“ möchten die pathogenen Veränderungen in den Gelenkzellen auf molekularer Ebene verstehen. Mit diesem Wissen sollen letztendlich regenerative Therapien entwickelt werden, um die Funktion der Gelenke wieder herzustellen.

Im Programmbereich Epidemiologie analysieren die Forscher, wie gut neue Therapien wirken, wie sicher sie sind und wie Rheumakranke insgesamt mit ihrer Krankheit leben. Damit zeigen sie das Ausmaß des Gesundheitsproblems und Defizite in den gegenwärtigen Möglichkeiten der Versorgung und Therapie auf. Darüber hinaus erfassen sie genetische und umweltbedingte Risiken.

All diese Erkenntnisse aus dem DRFZ fließen schließlich zum Wohl der Rheuma-Patienten in die Behandlung ein. So können heute viele Formen von chronisch-entzündlichem Rheuma wirkungsvoller behandelt werden als noch vor wenigen Jahren. Die Wissenschaftler am DRFZ arbeiten gemeinsam engagiert daran, sowohl chronisch-entzündliche, als auch degenerative rheumatische Erkrankungen zu entschlüsseln, damit sie die Ursachen und den Verlauf von Rheuma verstehen, immer präzisere und sicherere Therapien entwickeln und eventuell das Rheuma sogar heilen können, damit die Betroffenen ein beschwerdefreies Leben führen können.