Experimentelle Immunregulation

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Huehn

Einleitung

Regulatorische T-Zellen, die Blauhelmsoldaten des Immunsystems

Regulatorische T-Zellen (Tregs) stellen eine wesentliche Komponente des Immunsystems dar. Im Unterschied zu den konventionellen Abwehrmechanismen des Immunsystems, welche die Vermehrung von Pathogenen im Organismus oder das Auswachsen von Tumoren verhindern, sind die Tregs als “Blauhelmsoldaten des Immunsystems” darauf spezialisiert, unerwünschte Immunreaktionen, beispielsweise von selbstreaktiven Zellen und damit die Entstehung von Autoimmunerkrankungen zu unterdrücken.

Es besteht die Hoffnung, dass Tregs, die mit einem robusten Mandat, das heißt mit potenten Suppressormechanismen, ausgestattet sind, eines Tages zur therapeutischen Behandlung von Autoimmunpatienten oder Transplantatempfängern eingesetzt werden können. Dazu müssen wir aber ihre Entstehung und ihren Wirkmechanismus noch besser verstehen.

Ein wichtiges Molekül für die Entstehung und Funktion von Tregs ist der Transkriptionsfaktor Foxp3, welcher spezifisch in Tregs gebildet wird. Dieses Molekül sorgt dafür, dass diejenigen Gene abgelesen werden, welche für die Funktion der Tregs von Bedeutung sind. Ein großer Teil der Foxp3-positiven Tregs entsteht schon während der Reifung der T-Zellen im Thymus und zeigt danach eine stabile Ausprägung von Merkmalen (Phänotyp). Wir haben mit Hilfe von molekularbiologischen Methoden untersucht, wie die permanente Produktion von Foxp3 in Tregs ermöglicht wird und wie es dadurch zu dem stabilen Phänotyp kommen kann.

Neben der Stabilität des Treg-Phänotyps ist die Spezifität der Immunsuppression ein weiteres wesentliches Kriterium für den therapeutischen Einsatz von Tregs. Zum einen haben wir Zellkulturbedingungen entwickelt, die Tregs mit Molekülen ausstatten, welche eine gezielte Wanderung der Tregs in bestimmte Organe ermöglichen. Diese Eigenschaften befähigen die Tregs, sich bevorzugt in den Organen anzureichern, in denen eine Immunsuppression notwendig ist, und verhindern dadurch die unerwünschte Immunsuppression in nicht-betroffenen Organen. Zum anderen haben wir in Infektionsmodellen untersucht, welchen Einfluss der “therapeutische” Treg-Transfer auf die Fähigkeit des Empfängers hat, eine effektive Immunantwort gegen eindringende Pathogene zu entwickeln.

Durch unsere Untersuchungen zur Stabilität, Organ- und Antigen-Spezifität von Tregs verstehen wir die Biologie der “Blauhelmsoldaten des Immunsystems” immer besser. Diese und weitere Untersuchungen sind essentielle Grundvoraussetzungen für den möglichen therapeutischen Einsatz von Tregs.

Jochen Hühn

Prof. Dr. Jochen Hühn

Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung
Experimentelle immunologie
Inhoffenstraße 7
38124 Braunschweig

Weitergehende Informationen finden Sie auf der Website des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung