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AG Kallinich

Das Verständnis chronischer Entzündungen bei sich entwickelnden Kindern

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Die juvenile idiopathische Arthritis (JIA) ist die häufigste chronisch-entzündliche Erkrankung im Kindesalter mit einer Prävalenz von etwa 1 : 1000. Da sich sowohl das klinische Bild und das Vorkommen von Begleiterkrankungen als auch die Prognose von Kindern mit JIA deutlich von Erwachsenen mit verschiedenen rheumatischen Erkrankungen unterscheiden, können die bei Erwachsenen gewonnenen Erkenntnisse über die Pathogenese nicht einfach auf Kinder übertragen werden. Es fehlen JIA-spezifische Marker zur Klassifizierung von Krankheitssubtypen, zur Definition von Signaturen (Endotypen) und zur Vorhersage des Therapieansprechens.

In Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe von Mir-Farzin Mashreghi wollen wir molekulare Signaturen von Immunzellen im entzündeten Gelenk und im Blut von Kindern, die an verschiedenen Formen der JIA leiden, definieren. Mit diesen Ergebnissen werden wir Marker definieren, die spezifisch für die verschiedenen Formen der JIA sind und die im Blut nachgewiesen werden können. Anhand von Daten aus neu begonnenen Studie wollen wir die Eignung dieser Werkzeuge zur Klassifizierung der Krankheit, zur Überwachung der Krankheitsaktivität und schließlich zur Vorhersage des Ansprechens auf verschiedene Therapieschemata analysieren. Dieser translationale Ansatz wird dazu beitragen, JIA-spezifische Signaturen zu etablieren, die für die Entwicklung von personalisierten Behandlungsstrategien von grundlegender Bedeutung sind.

Monogen bedingte Veränderungen, d.h. Veränderungen, die auf einem einzelnen Gen basieren und systemische Entzündungserkrankungen verursachen, manifestieren sich meist in der frühen Kindheit. Sie sind durch eine übermäßige Produktion von proinflammatorischen Zytokinen (Botenstoffen) gekennzeichnet und werden als autoinflammatorische Erkrankungen (AID) bezeichnet. In der letzten Dekade hat die Analyse der zugrundeliegenden molekulargenetischen Veränderungen neue immunologische Pathomechanismen aufgedeckt, z.B. die Dysregulation der Inflammasom-Reaktion. Durch die Analyse unserer Kohorte von Patient:innen mit definierten (z.B. Interferonopathien, Inflammasomopathien) sowie nicht zugeordneten AID wollen wir eine umfassende Immunphänotypisierung verschiedener Immunzellpopulationen durchführen, um diagnostische Marker zu entwickeln und die pathologischen Prozesse zu entschlüsseln, die zu einer übermäßigen Zytokinproduktion führen.

Leiter der Sektion Rheumatologie PD Dr. med. Tilmann Kallinich tilmann.kallinich@charite.de Zur Person
Liaison-Gruppe mit der Charité
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Gruppenleiter
PD Dr. Tilmann Kallinich

Klinische Forschung
Dr. Carl Christoph Goetzke

Klinikpersonal
Dr. Sae-Lim von Stuckrad
Dr. Banu Orak

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  • Dr. Dirk Föll, Universität Münster, Klinik für Pädiatrische Rheumatologie und Immunologie, Münster, Germany
  • Dr. Raphaela Goldbach-Mansky, National Institut of Health, Translational Autoinflammatory Disease Studies Section, Bethesda, USA
  • Dr. Elke Krüger, Universitätsmedizin Greifswald, Institut für Medizinische Biochemie und Molekularbiologie, Greifswald, Germany
  • Dr. Klaus Tenbrock, Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Aachen, Germany
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1. Patrick Maschmeyer, Gitta Anne Heinz, Christopher Mark Skopnik, Lisanne Lutter, Alessio Mazzoni, Frederik Heinrich, Sae Lim von Stuckrad, Lorenz Elias Wirth, Cam Loan Tran, René Riedel, Katrin Lehmann, Imme Sakwa, Rolando Cimaz, Francesco Giudici, Marcus Alexander Mall, Philipp Enghard, Bas Vastert, Hyun-Dong Chang, Pawel Durek, Francesco Annunziato, Femke van Wijk, Andreas Radbruch*, Tilmann Kallinich*, Mir-Farzin Mashreghi*
*contributed equally
Antigen-driven PD-1+TOX+BHLHE40+ and PD-1+TOX+EOMES+ T lymphocytes regulate juvenile idiopathic arthritis in situ
Eur J Immunol. 2020 Dec 9. Epub ahead of print.

2. Orak B, Ngoumou G, Ebstein F, Zieba B, Goetzke CC, Knierim E, Kaindl AM, Panzer A, Theophil M, Berns M, Krüger E, Meisel C, Unterwalder N, Kallinich T.
SIGLEC1 (CD169) as a potential diagnostical screening marker for monogenic interferonopathies
Pediatr Allergy Immunol. 2020 Oct 25. doi: 10.1111/pai.13400

3. Stoler I, Freytag J, Orak B, Unterwalder N, Henning S, Heim K, von Bernuth H, Krüger R, Winkler S, Eschenhagen P, Seipelt E, Mall MA, Foell D, Kessel C, Wittkowski H, Kallinich T.
Gene-Dose Effect of MEFV Gain-of-Function Mutations Determines ex vivo Neutrophil Activation in Familial Mediterranean Fever
Front Immunol. 2020 Jun 11;11:716

4. Outcome of children with oligoarticular juvenile idiopathic arthritis compared to polyarthritis on methotrexate – data of the German BIKER registry
Raab A, Kallinich T, Huscher D, Foeldvari I, Weller-Heinemann F, Dressler F, Kuemmerle-Deschner JB, Klein A, Horneff G. Pediatr Rheumatol Online J. 2021 Mar 22;19(1):41

5. Omarjee S., Quiniou G., Moreews M, Ainouze M., Frachette C., Melki I., Dumaine C., Gerfaud-Valentin M., Duquesne A., Kallinich T., Turanli E., Malcus C., Viel S., Pescarmona R., Georgin-Lavialle S., Jamilloux Y., Larbre J.-P., Sarrabay G, Magnotti F., Rice G., Bleicher F., Reboulet J., Merabet S., Henry T., Crow Y., Faure M., Walzer T., Belot A.
LACC1 deficiency defines a novel form of juvenile arthritis associated with reduced autophagy and metabolism in macrophages.
Journal of Experimental Medicine, 2021 Mar 1;218

6. [Evidence-based treatment recommendations for familial Mediterranean fever : A joint statement by the Society for Pediatric and Adolescent Rheumatology and the German Society for Rheumatology].
Kallinich T, Blank N, Braun T, Feist E, Kiltz U, Neudorf U, Oommen PT, Weseloh C, Wittkowski H, Braun J.
Z Rheumatol. 2019 Feb;78(1):91-101

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