SPP 1937 ILC

Das SPP 1937 ist ein nationales, interdisziplinä-res Schwerpunktprogramm zur strukturierten Förderung von Arbeitsgruppen, die gemeinsam zum neuen Wissenschaftsgebiet der Innate Lymphoid Cells (ILCs) forschen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert das Netzwerk bestehend aus 23 Forschergruppen an 16 Universitäten und Institutionen mit einem Fördervolumen von 8.2 Mio Euro.
SPP 1937
PIs am DRFZ/ Charité Chiara Romagnani, Anja E. Hauser, Andreas Diefenbach
Koordinator Andreas Diefenbach
(DRFZ/Charité)
Partner 16 Universitäten und Institutio-nen
Förderung DFG
Föderungsdauer 2016 – voraussichtlich 2022
(2 x 3 Jahre)

DFG Priority Program SPP 1937

Ziel des Netzwerkes
ILCs sind eine erste vor wenigen Jahren ent-deckte Gruppe von Lymphozyten des angebo-renen Immunsystems. ILCs sind wichtige Ef-fektorzellen bei der Immunabwehr von Infektio-nen und Tumoren. ILCs sind aber auch bei der Pathogenese von verschiedenen entzündlichen Erkrankungen beteiligt wie chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, rheumatoide Arthritis etc. Inzwischen ist aber auch klar, dass ILCs Gewebe-residente Zellen sind, die tief mit der Biologie von verschiedenen Organen und Geweben verknüpft sind. Hier stehen eher schützende Effekte auf die Organ- und Ge-webshomöostase im Vordergrund. Unter wel-chen Bedingungen ILCs entzündlich oder pro-tektiv wirken, ist unklar. Durch enge Zusam-menarbeit der am Schwerpunktprogramm betei-ligten Forschergruppen soll ein tieferes Ver-ständnis der ILC Biologie erlangt werden. Denn erst wenn die Funktionsweise der ILCs aufge-klärt ist, kann therapeutisch in die Krankheits-entstehung eingegriffen werden und der schüt-zende Effekt gefördert werden. Dadurch, dass ILCs in verschiedenen Geweben heranreifen, wird an verschiedenen Organen und Geweben (Darm, Lunge, Haut, Niere, ZNS) von Mensch und Maus geforscht.
Rolle des DRFZ
Drei Arbeitsgruppen des SPP 1937 sind am DRFZ lokalisiert (Romagnani, Hauser, Diefen-bach). Sie untersuchen die Interaktion zwischen ILCs und dem umliegenden Gewebe, um ein Verständnis für die Entstehung von chronisch-entzündlichen Erkrankungen zu erlangen. Zu-sammen nutzen sie u.a. Techniken der Intravi-talmikroskopie und MELC (multi-epitope ligand cartography), um ILCs im Gewebekontext zu analysieren. Auch die Kontrolle der ILCs auf molekularer Ebene wird am DRFZ untersucht, um ein Verständnis für die Entwicklung und Funktion der ILCs im gesunden Gewebe zu bekommen. Umwelteinflüsse durch Nahrung auf das umliegende Gewebe, z.B. Schleimhäute, kann sich ebenfalls auf die Funktionsweise der ILCs auswirken und ist Gegenstand der For-schung.
Vorhaben des Programms
• Entwicklung einer international einheitlichen ILC-Nomenklatur für Mensch und Maus
• Vereinheitlichung von Protokollen zur Gewin-nung und Markierung von ILCs zur standar-disierten Analyse
• Vertiefende Erkenntnisse zu ILC-Vorläuferzellen gewinnen
• Lokalisation der ILCs in Geweben
• Charakterisierung von ILC-Untergruppen
• Aufklärung der Rolle der ILCs bei Autoim-munerkrankungen, Infektionen und Gewebe-homöostase in verschiedenen Organen bei Mensch und Maus
• Aufklärung von Umwelteinflüssen auf die Funktion der ILCs in verschiedenen Organen