Startseite Aktuelles Veranstaltungen Avrion Mitchison Preis und Albrecht Hasinger Lecture

Avrion Mitchison Preis und Albrecht Hasinger Lecture

Jetzt für den Avrion-Mitchison-Preis 2021 bewerben!

Das DRFZ vergibt zu Ehren seines Gründungsdirektors Avrion Mitchison jährlich den Avrion Mitchison Preis an junge Wissenschaftler, die einen wesentlichen Beitrag zum Verständnis und zur Behandlung von rheumatischen Erkrankungen leisten. Bis 2018 wurde der Preis von der Schering Stiftung finanziert, seit 2019 stiftet ihn das DRFZ. Der Avrion Mitchison Preis ist mit 3.000 Euro dotiert.

Die Preisverleihung fand am 1.Dezember 2020 online statt, gefolgt von der Albrecht-Hasinger Lecture. Diese erinnert seit 1994 an Albrecht Hasinger, einen der Gründungsväter des DRFZ. Die Hasinger Lecture 2020 wurde gehalten von Professor Christopher Buckley von der Universität Birmingham und dem Kennedy Intitute of Rheumatology, Oxford.

Jetzt für den Avrion-Mitchison-Preis 2021 bewerben!

Herzlichen Glückwunsch an die Mitchison-Preis-Gewinner 2020

Die unabhängige Jury hat zwei Preisträger auf gleich hohem Niveau gesehen: Richard Addo und Lennard Ostendorf. Beide hielten einen Vortrag über ihre Arbeit.

Richard Addo

Verschiedene Typen von Gedächtnis B Lymphozyten überleben in Überlebensnischen im Knochenmark

Richard Addo


© Richard Addo

Als Teil des Immunologischen Gedächtnis sind Gedächtnis-B-Zellen an der Entstehung von schützender Immunität beteiligt. Sie können aber auch chronische Entzündungen antreiben.

Richard Addo: “Unsere Ergebnisse befassen sich mit der Heterogenität und dem Überleben von Gedächtnis-B-Zellen, die bei Immunreaktionen entstehen. Wir haben verschiedene Populationen von gewebespezifischen und residenten Gedächtnis-B-Zellen in Knochenmark und Milz gefunden, die sich bezüglich ihres Antikörper-Repertoires und ihrer Genexpressionsprofile unterscheiden – sowohl auf Einzelzellebene, als auch auf Populationsebene. Im Knochenmark befinden sich die Gedächtnis-B-Zellen in Überlebensnischen, die von Bindegewebszellen organisiert werden. Bei der Analyse der Heterogenität der Bindegewebszellen im Knochenmark haben wir ebenfalls verschiedene Untergruppen identifiziert. Diese Erkenntnisse sind für die Entwicklung von Therapien bedeutend, die die krankmachenden (pathogenen) Gedächtnis B Lymphozyten ausschalten sollen. Diese Therapien können sowohl die B Lymphozyten selbst, als auch die Bindegewebszellen zum Ziel haben“.

 

 

Lennard Ostendorf

CD38-Therapie bei systemischem Lupus erythematodes

Lennard Ostendorf


© Jacqueline Hirscher

Viele Autoimmunerkrankungen wie der systemische Lupus erythematodes (SLE) werden von Autoantikörpern angetrieben. Diese Autoantikörper werden von langlebigen Plasmazellen produziert. Diese Zellen können jahrzehntelang in speziellen Nischen überleben und sind gegen herkömmliche immunsuppressive Medikamente resistent. Frühere Arbeiten zeigen, dass die gezielte Behandlung der langlebigen Plasmazellen beim SLE einen lang anhaltenden klinischen Nutzen bringen kann. Die bisher zur Depletion der Zellen eingesetzten Medikamente bringen aber erhebliche Nebenwirkungen mit sich.

Lennard Ostendorf: „Wir haben zwei SLE-Patienten erstmals mit dem Anti-CD38-Antikörper Daratumumab behandelt. Diese Therapie führte zu einer Verminderung der Anzahl der langlebigen Plasmazellen und zu anhaltender klinischer Verbesserung. Wir hoffen, dass der Einsatz von Anti-CD38-Antikörpern zum Ausschalten von krankmachenden Plasmazellen nicht nur die Therapie von SLE, sondern auch von anderen, Antikörper-vermittelten Erkrankungen voranbringt.“

Hasinger Lecture

Christopher Buckley

Kennedy Institute of Rheumatology, University of Oxford
Christopher Buckley am KIR
and University of Birmingham, UK
Christopher Buckley an der Universität Birmingham

Fibroblasten bei immunvermittelten Entzündungen – ein Atlas menschlicher Zellen für die Entwicklung von Therapien

Christopher Buckley


Neben verschiedenen Immunzellen sind spezielle Zellen des Bindegewebes, die „Fibroblasten“, wichtige Akteure bei rheumatoider Arthritis und anderen chronisch entzündlichen Erkrankungen. Da sie schwierig zu untersuchen und zu charakterisieren sind, gibt es bisher keine zugelassenen Medikamente, die spezifisch auf Fibroblasten abzielen.
Christopher Buckley untersucht die Wechselbeziehungen zwischen verschiedenen Untergruppen von Fibroblasten in der Synovialmembran (Gelenkschleimhaut). Er beobachtet, wie sich selektives Ausschalten oder Modifikation dieser Zellen auf das Gleichgewicht zwischen anhaltender Entzündung und Gewebeschädigung und damit auf die Entstehung von Arthritis auswirken. In seinem Vortrag wird er den „Human Cell Atlas“ vorstellen, ein internationales Projekt zur Erstellung einer „Landkarte“ der verschiedenen Zelltypen menschlicher Organe. Dies soll zu einem besseren Verständnis der zellulären Grundlagen von Krankheiten und letztlich zur Entwicklung von besseren und gezielteren Therapien beitragen.

Impressionen der vorherigen Veranstaltung in 2019:

Desiree van der Heijde, Hasinger Lecturer 2019


© Jacqueline Hirscher

Avrion Mitchison-Preisträger Stephan Culemann. Der Preis ging an ihn und seine Kollegin Dr. Anika Grüneboom.


© Jacqueline Hirscher

Prof. Burmester, Laudator


© Jacqueline Hirscher

Zeremonie mit Andreas Radbruch (re)


© Jacqueline Hirscher

Veranstaltung im Foyer des DRFZ


© Jacqueline Hirscher

Publikum der Lecture


© Jacqueline Hirscher

Dr. Sörensen, Präsident der Rheuma-Liga Berlin, informiert über den Wolfgang Schulze Preis.


© Jacqueline Hirscher

Seite drucken
Seite teilen
DRFZ NewsFlash abonnieren