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Avrion Mitchison Prize und Albrecht Hasinger Lecture

Festveranstaltung am 7.12.2021 zu Ehren von zwei großen Persönlichkeiten

Avrion Mitchison:

Kreative ldeen und elegante Experimente machen nicht nur die Arbeit des Wissenschaftlers aufregend, sondern sie sind zugleich der unverzichtbare logische Ausgangspunkt für Fortschritte in der Behandlung und Prävention von Krankheit.

Der Avrion Mitchison Preis des DRFZ

Das DRFZ vergibt zu Ehren seines Gründungsdirektors Avrion Mitchison jährlich den Avrion Mitchison Preis an junge Wissenschaftler:innen, die einen wesentlichen Beitrag zum Verständnis und zur Behandlung von rheumatischen Erkrankungen leisten. Bis 2018 wurde der Preis von der Schering Stiftung finanziert, seit 2019 stiftet ihn das DRFZ. Der Avrion Mitchison Preis ist mit 3.000 Euro dotiert.

Avrion Mitchison wird 1989 erster wissenschaftlicher Direktor des DRFZ. In einer Zeit des Umbruchs in den ersten Jahren der Wiedervereinigung Deutschlands verhilft er dem gerade neu gegründeten DRFZ zu internationaler Bekanntheit. Als international anerkannter Experte für immunologische Toleranz, Immunregulation und Immungenetik etabliert er das Forschungsfeld Immunologie rheumatischer Erkrankungen.

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Das wissenschaftliche Werk von Avrion Mitchison und sein akademischer Werdegang

Als Doktorand studierte Avrion Mitchison, wie sich Immunzellen bei Transplantationen verhalten. Er zeigte, dass nicht Antikörper selbst, sondern Immunzellen mit antikörper-ähnlichen Eigenschaften für die Abstoßung von Transplantaten verantwortlich sind. Er erkannte damit die zelluläre Grundlage der heftigen Reaktion des Immunsystems gegen Transplantationsantigene – ein großes Problem bei Organtransplantationen.

Bald darauf wurde die Zusammenarbeit von Antikörper-produzierenden B-Lymphozyten und T Lymphozyten, welche die zelluläre Immunität vermitteln, beschrieben. Mitchison zeigte dabei, dass das Immunsystem auf unterschiedliche Mengen eines fremden Antigens – z.B. eines Infekts oder eines Transplantats – mit positiven, d.h eliminierenden und abstossenden, oder auch mit negativen, d.h supprimierenden Immunreaktionen antworten kann. Dabei erkannte er, dass B- und T Lymphozyten unterschiedliche Strukturen, sogenannte
Haptene und Carrier, auf den ihnen fremden Antigenen erkennen. 

Bei chronisch-entzündlichen Erkrankungen wie der rheumatoiden Arthritis richten sich eben diese Reaktionen des Immunsystems gegen körpereigene Strukturen. Mitchison brachte somit entscheidende Erfahrung zur Erforschung von rheumatischen Erkrankungen mit ans DRFZ. In einer damals völlig neuen Herangehensweise übertrug er Erkenntnisse über den Umgang des Immunsystems mit Krankheitserregern auf die Mechanismen, die rheumatischen Entzündungen zu Grunde liegen. Damit definierte er das Ziel der Forschung am DRFZ: die Entwicklung neuartiger, möglichst heilender Therapien durch Beseitigung der ursächlichen Fehlsteuerungen des Immunsystems. 

Avrion Mitchison gilt als einer der Väter der modernen Immunologie.

 

Akademischer Werdegang von Avrion Mitchison

Avrion Mitchison (*1928) studierte Zoologie an der Universität Oxford, wo er 1952 bei dem späteren Nobelpreisträger Sir Peter B. Medawar promovierte. Nach einem Forschungsaufenthalt in den USA leitete er eine Forschergruppe am National Institute for Medical Research in London und war von 1971 bis 1991 Jodrell Professor of Zoology and Comparative Anatomy am University College London. 

1989 nahm Avrion Mitchison den Ruf als erster Wissenschaftlicher Direktor des DRFZ Berlin an.

Nach seinem Ruhestand Ende 1996 ging Avrion Mitchison zurück an die Medical School des University College in London. Heute ist er dort Professor Emeritus und lebt in London.

Chronik des Avrion Mitchison Preises

Die Albrecht-Hasinger-Lecture

Albrecht Hasinger war einer der Gründerväter des DRFZ. Schon Anfang der 1980er Jahre setze er sich als Berliner Staatssekretär für Gesundheit für die Entstehung eines Zentrums für die Erforschung rheumatischer Erkrankungen ein. Mit großem Erfolg: 1988 wurde das Deutsche Rheuma-Forschungszentrum gegründet.

Die Albrecht-Hasinger-Lecture wurde nach dem Tod von Albrecht Hasinger 1994 maßgeblich von Gerd-Rüdiger Burmester, Leiter der Rheumatologie der Charité-Universitätsmedizin Berlin, initiiert und soll an seine Verdienste um die Rheumatologie erinnern: Aus diesem Anlass wird jedes Jahr ein/e renommierte/r internationale/r Wissenschaftler:in zu einem Vortrag nach Berlin eingeladen.

Wer war Albrecht Hasinger?

Die Verdienste Albrecht Hasingers um das Deutsche Rheuma-Forschungszentrum

Albrecht Hasinger (1935 – 94) studierte in München und Freiburg Rechtswissenschaften und war bis 1967 im Bayerischen Staatsministerium für Finanzen tätig. Danach wechselte er nach Bonn und war bis 1969 wissenschaftlicher Mitarbeiter in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. 

Schon in den 70er Jahren interessierten Albrecht Hasinger soziale Fragen. Von 1974 bis 1977 war er Hauptgeschäftsführer der CDU-Sozialausschüsse. In der Legislaturperiode von 1976 bis 1980 war er Mitglied des Deutschen Bundestages.

1981 wurde er vom damaligen Regierenden Bürgermeister Richard von Weizsäcker zum Staatssekretär beim Senator für Gesundheit und Soziales in Berlin berufen. 

Rückblick

Anfang der 80er Jahre diskutierte die Gesellschaft zur Erforschung rheumatischer Erkrankungen – Forschungszentrum Berlin e. V. mit Albrecht Hasinger in seiner Funktion als Staatssekretär für Gesundheit über die schlechte Situation der Rheumatologie in Deutschland.

In der Folgezeit ebneten renommierte Mediziner und Wissenschaftler wie Hans Kröger, Raimund Frankl, Helmut Mischke, Jochen Kalden, Fritz Melchers und Pastor Elimar Brandt in Zusammenarbeit mit Albrecht Hasinger den Weg für die Gründung eines Zentrums für die Erforschung rheumatischer Erkrankungen. Der damalige Regierende Bürgermeister Eberhard Diepgen kündigte 1985 an, dass die Stadt Berlin ein eben solches ins Leben rufen würde. 

Nach langer Verhandlung wurde 1988 die Stiftung Deutsches Rheuma-Forschungszentrum Berlin (DRFZ) gegründet. Träger waren das Land Berlin und die Immanuel-Krankenhaus GmbH.

Mit dem Wahlergebnis des Jahres 1989 nach dem Mauerfall ergab sich eine veränderte politische Konstellation. Albrecht Hasinger konnte daher seine Arbeit beim Senator für
Gesundheit und Soziales nicht fortsetzen. Aber dank seiner tatkräftigen Vorarbeit konnte das Deutsche Rheuma-Forschungszentrum Berlin (DRFZ) 1990 trotzdem seine Arbeit aufnehmen.

Albrecht Hasinger wurde der erste Präsident des Stiftungsrats des DRFZ.

 

Chronik der Albrecht Hasinger Lecture

Publikum der Lecture


© Jacqueline Hirscher

Desiree van der Heijde, Hasinger Lecturer 2019


© Jacqueline Hirscher

Prof. Burmester, Laudator


© Jacqueline Hirscher

Zeremonie mit Andreas Radbruch (re)


© Jacqueline Hirscher

Veranstaltung im Foyer des DRFZ


© Jacqueline Hirscher

Dr. Sörensen, Präsident der Rheuma-Liga Berlin, informiert über den Wolfgang Schulze Preis.


© Jacqueline Hirscher

Avrion Mitchison-Preisträger Stephan Culemann. Der Preis ging an ihn und seine Kollegin Dr. Anika Grüneboom.


© Jacqueline Hirscher

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