
Belastungsgrade von Tierversuchen
Zahlen & DRFZ Statistik
- In Deutschland wurden im Jahr 2024 insgesamt 1,95 Millionen Wirbeltiere für wissenschaftliche Fragestellungen verwendet. Somit ist die Zahl der Versuchstiere in Deutschland gegenüber dem Vorjahr (2023: 2,13 Millionen) gesunken. Die Gesamttierzahl beinhaltet 1,33 Millionen Tiere, die in Tierversuchen verwendet wurden, sowie 627 Tausend Tiere, die ohne vorherige Tierversuche für wissenschaftliche Zwecke getötet wurden. Nagetiere, vor allem Mäuse und Ratten, stellten mit etwa 80 % aller Versuchstiere mit Abstand den größten Anteil dar.
- Für das Jahr 2024 wurde die Verwendung von insgesamt 127.095 Versuchstieren in Berlin gemeldet, das sind rund 5 % weniger als im Vorjahr (133.091 Tiere im Jahr 2023).
Lange schon gilt Berlin als „Hauptstadt der Tierversuche“. Die hohe Zahl der Versuchstiere lässt sich jedoch durch die hohe Dichte an Forschungseinrichtungen erklären.
- Am DRFZ wurden im Jahr 2024 4251 Tiere für wissenschaftliche Fragestellungen verwendet. Die Zahl ist gegenüber dem Vorjahr (3648 Tiere) leicht gestiegen. Die Tierzahl für das Jahr 2022 lag mit 2215 Tieren deutlich darunter, was der reduzierten Forschungstätigkeit zu Corona-Zeiten geschuldet ist.
Schon gewusst? Für viele Versuche ist es notwendig, den Genotyp jedes geborenen Tieres zu bestimmen, um sicher zu gehen, dass nur die Tiere, bei denen die für die jeweilige wissenschaftliche Fragestellung gewünschte Genveränderung vererbt wurde, für den Versuch ausgewählt werden. Meist kann die Typisierung aus Ohrstanzproben erfolgen, die bei der individuellen Markierung der Tiere im tierpflegerischen Alltag ohnehin anfallen. Manche Eigenschaften lassen sich allerdings nur über die Analyse von Blutproben bestimmen. Die Blutentnahme hierfür gilt in der Europäischen Union als Tierversuch. Somit kommt schnell eine starke Steigerung der Versuchstierzahlen zustande, wenn ein neues Versuchsvorhaben an einem Institut beginnt, bei dem vorab sämtliche gezüchtete Tiere mittels Blutentnahme typisiert werden müssen. Das ist ein weiterer Grund für Schwankungen der Versuchstierzahlen.











