Vielversprechender Therapieansatz bei systemischem Lupus erythematodes
Phase-II-Studie zeigt klinische Verbesserungen unter Daratumumab
Ein Team um PD Dr. Tobias Alexander, Leiter des Programmbereichs Translationale Rheumatologie am DRFZ sowie der rheumatologischen Fachambulanz der Charité – Universitätsmedizin Berlin, konnte in einer Phase-II Studie zeigen, dass eine Behandlung von SLE-Patientinnen mit Daratumumab, einem gegen das CD38-Molekül gerichteten Medikament, die Krankheitsaktivität signifikant verringern kann. Daratumumab tötet u.a. Plasmazellen ab, die über die Produktion von Autoantikörpern als ein Treiber der Erkrankung gelten. Die Ergebnisse der Studie wurden im renommierten Fachmagazin Nature Communications publiziert.
Eine Phase-II-Studie unter Federführung von PD Dr. Tobias Alexander, Leiter des Programmbereichs Translationale Rheumatologie am DRFZ sowie der rheumatologischen Fachambulanz der Charité –Universitätsmedizin Berlin, liefert vielversprechende Hinweise auf einen neuen Behandlungsansatz für Patient:innen mit systemischem Lupus erythematodes (SLE), die auf bisherige Therapien unzureichend angesprochen haben.
Die Behandlung mit dem Anti-CD38-Antikörper Daratumumab führte zu einer raschen und anhaltenden klinischen Besserung sowie zu einer deutlichen Reduktion krankheitsrelevanter Autoantikörper. In der Phase-II-Studie wurden zehn Patientinnen mit aktivem SLE behandelt, bei denen mindestens zwei frühere immunsuppressive Therapien nicht ausreichend wirksam waren. Die Patientinnen erhielten zusätzlich zu ihrer Basistherapie acht wöchentliche subkutane Injektionen mit Daratumumab.
Neben einer Reduktion von Autoantikörpern berichten die Forschenden über eine rasche und anhaltende klinische Verbesserung in allen untersuchten Organbereichen. Zudem zeigte die Studie auch deutliche immunologische Veränderungen: Die Behandlung mit Daratumumab führte zu einer Abtötung zirkulierender Antikörper-produzierender Zellen und zu einer Abnahme der entzündlichen Typ-I-Interferon-Aktivität sowie zu einer tiefgreifenden Modulation der T-Zell-Antworten. Diese Befunde unterstreichen die zentrale Rolle antikörperproduzierender Zellen in der Entstehung und Aufrechterhaltung von SLE.
Daratumumab ist ein Antikörpermedikament, der an CD38 bindet und damit Zellen mit diesem Oberflächenmolekül, insbesondere antikörperproduzierende Plasmazellen, abtötet. Die jetzt veröffentlichten Studiendaten stellen vorausgegangene Erkenntnisse der Arbeitsgruppe aus einer kleinen Fallserie auf eine breitere Basis und sprechen dafür, dass die gezielte CD38-Therapie auch bei Autoimmunerkrankungen wie SLE therapeutisches Potenzial haben könnte.