Start der gemeinsamen LIT/DRFZ-Arbeitsgruppe „Experimentelle Zelltherapie“
Forschungsergebnisse direkt in die Praxis umsetzen – für Patient:innen mit rheumatischen Erkrankungen
Gemeinsame Pressemitteilung (LIT & DRFZ)
Das Leibniz-Institut für Immuntherapie (LIT) und das Deutsche Rheuma-Forschungszentrum, ein Leibniz-Institut (DRFZ), gründen gemeinsam eine unabhängige Forschungsgruppe für experimentelle Zelltherapie. Das Projekt bündelt die Expertise des LIT in Immunzelltherapie mit der Kompetenz des DRFZ zu immunvermittelten Entzündungskrankheiten.
Dr. Erica R. Vander Mause wird die gemeinsame Gruppe „Experimentelle Zelltherapie“ leiten. Die Expertin für Gen- und Zelltherapien arbeitet mit modernen Genom-Editierungstechniken, der Kultivierung von primären Stamm- und Immunzellen sowie dem Protein-Engineering.
Die partnerschaftliche Zusammenarbeit zielt darauf ab, innovative Zelltherapien schneller von der Forschung in die klinische Praxis für Patient:innen mit rheumatischen Erkrankungen zu überführen.
Die Arbeitsgruppe ermittelt das therapeutische Potenzial genetisch veränderter Immunzellen – insbesondere CAR‑T‑Zellen und regulatorischer T‑Zellen – für die Behandlung rheumatischer Erkrankungen wie rheumatoider Arthritis, systemischem Lupus erythematodes und weiteren entzündlichen Erkrankungen. Das Projekt ist zunächst für fünf Jahre angesetzt, mit der Option zur Verlängerung.
„Ich freue mich darauf, meine akademischen und industriellen Erfahrungen einzubringen, um die neuesten klinischen Erkenntnisse in wirksamere Therapien für Patient:innen umzusetzen“, erklärt Erica Vander Mause.
„Wir starten ein innovatives Pilotprojekt, das eine langfristige Partnerschaft zwischen zwei sich ergänzenden Leibniz-Instituten begründen und die translationalen Wertschöpfungsketten vorantreiben wird“, unterstreicht Prof. Dr. Philipp Beckhove, wissenschaftlicher Direktor des LIT, die Perspektiven.
Das Projekt ist vorrangig im DRFZ ansässig, während ergänzende Aktivitäten am LIT durchgeführt werden. Somit ist es in ein hochinnovatives, unterstützendes wissenschaftliches und klinisches Umfeld eingebettet, das über die Fachkompetenz in Immuntoleranzforschung, Gentechnik und GMP‑konformer Zellproduktion (LIT) hinaus moderne Technologien der molekularen und zellulären Immunologie, in‑vivo‑Krankheitsmodelle sowie klinische Kohorten (DRFZ/Charité) bietet.
„Die gemeinsame Forschungsgruppe von LIT und DRFZ wird die Kernkompetenzen unserer Institute bündeln, um neuartige gentechnisch veränderte T-Zell-Therapien voranzutreiben, die genau auf die klinischen Bedürfnisse zugeschnitten sind und die Lebensqualität der Patient:innen verbessern“, erklärt Prof. Dr. Markus Feuerer, stellvertretender wissenschaftlicher Direktor des LIT und Leiter des Forschungsbereichs „Immunologie“, der die Gruppe seitens des LIT betreut.
„Diese gemeinsame Gruppe schlägt eine wichtige Brücke zwischen der Expertise des LIT in den Bereichen Zellengineering und Immuntherapie und dem klinischen und wissenschaftlichen Umfeld der Charité und des DRFZ. Die Rheumatologie tritt in eine neue medizinische Ära ein, in der zelluläre Therapien nicht mehr nur auf Krebs beschränkt sein müssen, sondern die Behandlung schwerer immunvermittelter Erkrankungen grundlegend verändern könnten. Mit Erica Vander Mause’s technischer Expertise in den Bereichen Gen-Editing, Immunzell-Engineering und translationaler Zelltherapie bringen wir genau die richtigen Kompetenzen in dieses sich rasch entwickelnde Feld ein, mit dem klaren Ziel, innovative Wissenschaft näher an die Patient:innen heranzubringen“, erklärt Prof. Dr. Eicke Latz, wissenschaftlicher Direktor des DRFZ.
Beide Einrichtungen arbeiten strategisch zusammen, um die Lebensqualität von Patient:innen mit rheumatischen Erkrankungen zu verbessern, Versorgungslücken zu schließen und neue Wege in der zellulären Rheumatologie zu erschließen – indem sie Forschungsergebnisse in die Praxis umsetzen.