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Zytokin-Signale als Treiber von Nierenschäden bei Lupusnephritis

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T-Zellen bei Lupusnephritis im neuen Licht

Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass entzündliche Signalstoffe krankmachende T-Zellen in der Niere aktivieren und so zu Gewebeschäden bei Lupusnephritis beitragen könnten. Christopher Skopnik und Kolleg:innen vom DRFZ und der Charité – Universitätsmedizin Berlin untersuchten dafür T-Zellen aus dem Urin von Patient:innen. Dabei fanden sie nur wenige Hinweise auf einen antigengetriebenen Mechanismus. Stattdessen identifizierten sie Typ-I-Interferone und IL-15 als wichtige Auslöser krankmachender T-Zell-Reaktionen. Die Ergebnisse machen die lokale Aktivierung und Einwanderung von T-Zellen zu vielversprechenden Ansatzpunkten für neue Therapien bei Lupusnephritis und wurden im Journal Science Translational Medicine veröffentlicht

Die Lupusnephritis (LN) ist eine schwere Autoimmunerkrankung, bei der Entzündungen zu Nierenschäden führen. Bleibt sie unbehandelt, kann die LN zu Nierenversagen, zum Verlust der Organfunktion und letztendlich zur Dialyse oder einer Nierentransplantation führen. Obwohl bekannt ist, dass T-Zellen zur Nierenschädigung bei der LN beitragen, ist ihre genaue Rolle bislang umstritten. Ein besseres Verständnis der zugrunde liegenden Mechanismen würde neue therapeutische Ansatzpunkte aufzeigen und die Patient:innenversorgung verbessern.

Zwei Hauptmechanismen könnten erklären, wie in die Niere eingewanderte T-Zellen Gewebeschäden verursachen: Erstens durch direkte Zytotoxizität nach Erkennung nierenspezifischer Autoantigene, zweitens durch eine antigenunabhängige Aktivierung, die die lokale Entzündung indirekt verstärkt.

Christopher Skopnik und Kolleg:innen von DRFZ und der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Nephrologie und Internistische Intensivmedizin der Charité – Universitätsmedizin Berlin wandten einen innovativen Ansatz an und isolierten aus dem Urin von Patient:innen T-Zellen, die aus dem Nierengewebe stammten. Mithilfe von Einzelzellsequenzierung und In-vitro-Experimenten fanden sie kaum Hinweise auf einen (auto-) antigengetriebenen Mechanismus. Stattdessen identifizierten sie eine systemische und lokale Stimulation durch Zytokine, insbesondere durch Typ-I-Interferone (IFN-I) und Interleukin-15 (IL-15), als treibende Kraft der pathogenen T-Zell-Aktivität bei LN.

Normalerweise koordinieren IFN-I und IL-15 die Immunantwort auf Krankheitserreger wie Viren. Bei LN scheinen diese Zytokine T-Zellen jedoch fehlzusteuern und krankhaft zu aktivieren. Dadurch fördern sie die Freisetzung entzündungsfördernder Botenstoffe wie Interferon gamma (IFN-γ), Tumornekrosefaktor (TNF) sowie der zytotoxischen Moleküle Granzyme B und Granzyme K. Zusammen könnten diese Faktoren das Nierengewebe schädigen und die chronische Entzündung aufrechterhalten. Außerdem beobachteten Skopnik et al., dass mehrere in die Niere eingewanderte T-Zellen Rezeptoren trugen, die spezifisch für das Epstein-Barr-Virus (EBV) oder das Cytomegalovirus (CMV) sind, obwohl im Nierengewebe selbst keine nachweisbare Virusinfektion vorlag.

Die Ergebnisse sprechen dafür, dass therapeutische Strategien, die die Einwanderung von T-Zellen in die Niere oder ihre lokale, durch Zytokine vermittelte Aktivierung hemmen, vielversprechende Ansätze zur Behandlung der Lupusnephritis sein könnten.