Startseite Forschung Forschungsprojekte und Netzwerke Projekte gefördert durch die Europäische Union

Projekte gefördert durch die Europäische Union

Im Rahmen der Europäischen Forschungsförderung stehen verschiedene Fördergelder für Forschende an deutschen Hochschulen und Forschungszentren zur Verfügung.

Das EU-Förderprogramm Horizon 2020 baut auf Wissenschaftsexzellenz, eine führende Rolle der Industrie und gesellschaftlichen Herausforderungen auf und fördert Grundlagenforschung bis hin zu marktnahen Innovationen. Eine wichtige Säule ist die Innovative Medicines Initiative (IMI), die eine Partnerschaft zwischen Europäischer Union und Pharmazeutischer Industrie ist. Das DRFZ ist an zwei IMI-Netzwerken beteiligt.

Der Europäische Forschungsrat (ERC) fördert durch ERC Starting Grants vielversprechende Nachwuchswissenschaftler*innen am Beginn einer unabhängigen Karriere.

Der Europäische Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) unterstützt unter anderem Forschung und Innovationsprojekte zur Stärkung des wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalts durch Beseitigung von Ungleichheiten zwischen den verschiedenen Regionen. Auch die ProFit Projektfinanzierung (Programm zur Förderung von Forschung, Innovationen und Technologien) wird von EFRE gefördert.

Innovative Medicines Initiative (IMI)

3TR - Taxonomy, Treatment, Targets and Remission (Taxonomie, Behandlung, Targets und Remission)

Das DRFZ ist Partner  des bisher größten immunologischen Konsortiums der Innovative Medicine Initiative 2 (IMI2)  mit der deutschen Bezeichnung „Taxonomie, Behandlung, Targets und Remission (3TR): Identifizierung der molekularen Mechanismen des Nichtansprechens auf Behandlungen, Rezidiven und Remissionen bei Autoimmunerkrankungen, Entzündungen und Allergien.“.

Dieses europäische Projekt hat zum Ziel, das Gesundheitsmanagement von Erkrankten, die nicht auf Therapien ansprechen, zu verbessern.

Im Rahmen von Arbeitspaket 1 und Arbeitspaket 4 des 3TR-Projekts stellt das DRFZ seine Expertise in der Hochdurchsatz-Mikrobiota-Analyse durch hochauflösende Mikrobiota-Zytometrie, hochdimensionale Einzelzellanalyse und Immunmonitoring sowie das Wissen über die Ursachen für das Entstehen chronischer Entzündungen zur Verfügung.

Weitere Informationen:

Das Projekt wird mit über 80 Mio. € aus der Innovative Medicine Initiative 2 (IMI2) unterstützt, einem Gemeinschaftsunternehmen der Europäischen Kommission und der Europäischen Föderation der Pharmazeutischen Industrie und Pharmaverbänden (EFPIA).

Ansprechpartner im DRFZ:
Hyun-Dong Chang
Falk Hiepe
Tobias Alexander
Henrik Mei
Andreas Grützkau
Andreas Radbruch

Partner:

3TR vereint 69 Partnerorganisationen aus 15 europäischen Mitgliedsstaaten, darunter Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen, kleine und mittlere Unternehmen (KMU) und Pharmaunternehmen.

www.3tr-imi.eu

 

RTCure - Rheuma Tolerance for Cure (Rheuma-Toleranz zur Heilung)

Das europäische Konsortium RTCure – Rheuma Tolerance for Cure (Rheuma-Toleranz zur Heilung) hat sich zum Ziel gesetzt, Therapien für Betroffene im frühesten Stadium der rheumatoiden Arthritis (RA) und für Menschen mit einem hohen Risiko, diese Krankheit zu entwickeln, zu entwickeln.

Das Netzwerk soll neue Methoden zum Biomonitoring des Krankheitsverlaufs und des Therapieansprechens entwickeln. Darüber hinaus sollen Therapieansätze zur Wiederherstellung der Immuntoleranz etabliert werden, die Angriffe des Immunsystems auf die Gelenke verhindern oder stoppen und gleichzeitig dafür sorgen, dass das Immunsystem in der Lage bleibt, Infektionen abzuwehren. Langfristiges Ziel ist es, den Ausbruch der RA zu verhindern oder rückgängig zu machen und Patienten in frühen Stadien der Erkrankung zu heilen.

Das DRFZ leitet das Arbeitspaket 3 “Mechanismen der Immuntoleranz” und trägt zu verschiedenen weiteren Arbeitspaketen bei.

PIs am DRFZ:
Andreas Radbruch
Hyun-Dong Chang (Koordinatoren WP3)
Andreas Grützkau

www.imi.europa.eu/projects-results/project-factsheets/rtcure

Andere EU geförderte Projekte

Europäische Fonds für regionale Entwicklung (EFRE): Projekt - TheraMir

Ziel des Projektes ist es, ein Applikationslabor zur Identifizierung von Genschaltern zu etablieren, die chronische Entzündungen kontrollieren und solche, die zerstörtes Gewebe regenerieren können. Solche Genschalter, insbesondere regulatorische Ribonukleinsäuren und Transkriptionsfaktoren, sollen durch therapeutische Oligonukleotide manipuliert werden. In Kooperation mit der Berlin Cures GmbH zielt dieses Projekt auf die Entwicklung neuartiger Remissions-induzierender Therapien mit Hilfe von Genschaltern für die Behandlung von Patienten mit chronisch-entzündlichen oder degenerativen Erkrankungen.

PI am DRFZ
Mir-Farzin Mashreghi

PULZY - ProFit Programm

Nahezu 2 Millionen Menschen in Deutschland leiden an entzündlich- rheumatischen Erkrankungen, darunter sind 20.000 Kinder. Um die Ursachen für diese Erkrankungen zu verstehen sind Messmethoden notwendig, die krankhafte Veränderungen an Zellen robust aufspüren und erkennbar machen. Solche Untersuchungen werden bislang häufig mit durchflusszytometrischen Methoden durchgeführt, die aber immer als Voraussetzung eine aufwändige Probenaufbereitung und das Anfärben der zu untersuchenden Zellen mit zellspezifischen Molekülen haben. Die dabei benötigten Prozeduren und Reagenzien können unerwünschte Auswirkungen auf die Zellen haben, wie z.B. Aktivierung, Beeinflussung immunphänotypischer Merkmale, Zellpermeabilisierung, Zellverlust oder Apoptose (Greve et al., 2006; Smiljanovic et al., 2012; Westendorf et al., 2014). Desweiteren weisen derzeit verfügbare Durchflusszytometer Einschränkungen im Hinblick auf die Anzahl messbarer Parameter, Messgenauigkeit, Sensitivität, Vergleichbarkeit und Reproduzierbarkeit sowie Stabilität der Messung auf (Giesecke et al., 2017; Wang et al., 2017)
Im Rahmen des Forschungsprojekts „Pulsformbasierte Durchflusszytometrie und Zellsortierung“ sollen beide Punkte durch eine neuartige Analysemethode der pulsformbasierten Durchflusszytometrie adressiert werden. Ziel dieses Projektes ist die Erforschung, ob anhand einer Pulsformanalyse der Streulichtsignale Zellen identifiziert werden können, ob in Kombination mit der konventionellen Durchflusszytometrie eine Qualitätsverbesserung der Daten erreicht werden kann und unter welchen Voraussetzungen eine markerfreie Zellanalyse und Zellsortierung durchführbar ist. Das Forschungsprojekt wird in Kooperation mit der APE Angewandte Physik und Elektronik GmbH durchgeführt und hat eine Laufzeit von 3 Jahren (Beginn 01.10.2018).
Dieses Forschungsprojekt wird im Rahmen des „Programm zur Förderung von Forschung, Innovationen und Technologien (Pro FIT)” gefördert. Die Zuwendung wird aus Mitteln der Europäischen Union (EFRE) und des Landes Berlin kofinanziert (FKZ: 10165404).

Projektbeteiligte:
Toralf Kaiser
Claudia Giesecke-Thiel (MPI molgen)
Conrad von Volkmann (APE)
Kerstin Heinrich
Daniel Kage
Jenny Kirsch

ERC Grants

ERC Starting Grant: DDRMac

Granulome sind ein typischer histologischer Befund bei verschiedenen chronisch-entzündlichen Erkrankungen. Sie entstehen als Reaktion auf einen anhaltenden Entzündungsreiz und bestehen aus Makrophagen, die sich in vielkernige Riesenzellen und Epithelzellen differenzieren. Diese Strukturen der organisierten Entzündung ersetzen gesundes Gewebe und führen zu Organdysfunktion.

Wir konnten zeigen, dass Makrophagenvorläufer in Granulomen eine Replikationsblockade erfahren und die DNA-Schadensreaktion (DDR) auslösen, ein fundamentaler zellulärer Prozess, der als Reaktion auf genotoxischen Stress aktiviert wird. Dies führt zur Bildung von mehrkernigen Makrophagen mit gewebeumbauenden Signaturen. Wir stellen die Hypothese auf, dass die DDR die Reprogrammierung von Makrophagen zu entzündungserhaltenden Modulen fördert. Unser Ziel ist es, die Makrophagen-spezifische Antwort auf genotoxischen Stress als essentiellen Regulator chronischer, entzündungsinduzierter Pathologien wie Sarkoidose, entzündliche Darmerkrankungen und rheumatoide Arthritis zu entschlüsseln. Wir postulieren, dass die Unterbrechung von Signalkaskaden, die zur Granulombildung führen, eine neue therapeutische Strategie für chronisch entzündliche Erkrankungen sein könnte.

PI am DRFZ:
Antigoni Triantafyllopoulou

ERC Starting Grant: EpiTune

Die adoptive T-Zell-Therapie ist ein vielversprechender Ansatz in verschiedenen klinischen Bereichen, von der zielspezifischen Immunrekonstitution bei der Bekämpfung von Krebs und chronischen Infektionen bis hin zur Bekämpfung unerwünschter Immunreaktivität bei Autoimmunität und nach Organtransplantationen. Ihre klinische Anwendung wird jedoch derzeit durch eine begrenzte Überlebensdauer und Fitness der T-Zellen nach dem Transfer in den Patienten und die funktionelle Plastizität der T-Zellen erschwert, die zu möglichen Funktionswechseln führt (z.B. von immunsuppressiv zu pro-inflammatorisch). Wir haben bereits gezeigt, dass epigenetische Modifikation, wie die DNA-Methylierung, wesentlich zur T-Zell-Differenzierung beitragen und die einzigartige Möglichkeit bieten, einen stabilen Entwicklungs- und Funktionszustand in die genomische Struktur einer Zelle einzuprägen. Dieses Projekt zielt darauf ab, den tiefgreifenden Einfluss epigenetischer Mechanismen auf den Seneszenzprozess sowie auf die funktionelle Prägung von T-Zellen zu nutzen. Durch epigenetische Manipulationen (z.B. CRISPR/ Cas9) während der in vitro-Expansion wollen wir die Zellen mit den erforderlichen Eigenschaften für eine erfolgreiche und sichere therapeutische Anwendung ausstatten.

PI am DRFZ:
Julia Polansky-Biskup

Abgeschlossene Projekte

Deutsches Epigenom-Programm DEEP

Das Deutsche Epigenom-Programm DEEP (2012 – 2017) hat sich auf die Analyse von Zellen konzentriert, die bei komplexen Erkrankungen mit hohen sozioökonomischen Auswirkungen wie Stoffwechselerkrankungen oder entzündlichen Erkrankungen der Gelenke und des Darms eine entscheidende Rolle spielen.

Umfassende epigenetische Daten von gesunden und erkrankten Zellen wurden als Grundlage für die Verbesserung der klinischen Diagnose, Therapie und der Prävention von Gesundheitsrisiken gesammelt. Alle generierten Daten wurden öffentlich zugänglich gemacht und in eine nachhaltige weltweite Datenstruktur der IHEC-Initiative (International Human Epigenome Consortium) integriert.

PI am DRFZ
Julia Polansky-Biskup

 

ERC IMMEMO

ERC Advanced Grant Protektives und pathogenes immunologisches Gedächtnis und seine Organisation durch Stromazellen (IMMEMO)
Das ERC-IMMEMO-Projekt (2011 – 2016) hatte zum Ziel, die Organisation und Rolle des immunologischen Gedächtnisses sowohl bei der protektiven Immunität als auch bei immunvermittelten Krankheiten auf molekularer und zellulärer Ebene zu untersuchen.

PI am DRFZ:
Andreas Radbruch
https://erc.europa.eu/

BTCure - Be The Cure for Rheumatoid Arthritis (Heilung für Rheumatoide Arthritis

BTCure – Be The Cure for Rheumatoid Arthritis (2012 – 2017) war das größte europäische Forschungsnetzwerk zur Entwicklung neuer Therapien für rheumatoide Arthritis (RA).
Ziel des Netzwerks war es, die molekularen Pathomechanismen aufzuklären, die an der Entstehung der RA beteiligt sind. Es wurden neue Targets für Therapien und Biomarker für eine verbesserte Diagnose identifiziert.

Wichtige Erfolge des DRFZ innerhalb von BTCure sind:
– Identifizierung einer inhibitorischen Mikro-RNA (miR-148a), die an der Langlebigkeit von pathologischen T-Helfer-Lymphozyten beteiligt ist

– Entwicklung einer Strategie zur Depletion von Autoantikörper-sezernierenden Plasmazellen

– Entwicklung eines standardisierten Verfahrens für eine genomweite Charakterisierung von Effektor-T-Zell-Subsets

– Identifizierung von protektiven und pathogenen Typ-I-Interferon-Signaturen bei viraler Infektion und Autoimmunität

– Charakterisierung eines neuen Biomarkers (SIGLEC-1) zur Überwachung der Krankheitsaktivität bei SLE

– Identifizierung von krankheitsassoziierten Gensignaturen in Monozyten von RA- und SLE-Patienten, die potenzielle Biomarker sind

– Etablierung der Massenzytometrie (CyTOF) zur Identifizierung zellulärer Biosensoren für die Therapieüberwachung und Diagnostik in Blut-, Synovialflüssigkeits- und Urinproben

BTCure wurde von der Innovative Medicines Initiative (IMI), einer öffentlich-privaten Partnerschaft zwischen der Europäischen Union und dem Europäischen Verband der Pharmazeutischen Industrie und Verbände (EFPIA), gefördert.

PIs am DRFZ:
Andreas Radbruch
Hyun-Dong Chang
Andreas Grützkau

BteCure

Seite drucken
Seite teilen
DRFZ NewsFlash abonnieren