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Media articles with Andreas Radbruch

Webinars, Interviews, Articles

The outbreak and spread of the coronavirus is challenging lives around the world. There is now a lot of information and still many questions. Scientists can provide answers here we document recent publications by the DRFZ Scientific Director related to the corona pandemic.
Many contributions are only available in German.

Welt - Weltexpresso 03. Juli 2022
Hamburg (Weltexpresso) - Das Coronavirus ist tückisch: Selbst Menschen mit nur schwachen Infektionssymptomen kann es über Monate und Jahre zusetzen. Einer der Hauptverdächtigen als Verursacher der Beschwerden sind sogenannte Autoantikörper: Abwehrproteine des Patienten, die sich nicht nur gegen das Virus, sondern auch gegen körpereigene Zellen und Organe richten. Was ist dran an diesem Verdacht? Und welche Rolle spielt die Blutwäsche dabei?

Autorin Gerlinde Felix hat für WELT ein Gespräch mit dem Rheumatologen und Autoantikörper-Experten Andreas Radbruch geführt.

WELT: Herr Professor Radbruch, was genau sind Autoantikörper? Können Sie uns das erklären?

Radbruch: Normale Antikörper bildet das Immunsystem, um Bakterien und Viren wie das Coronavirus Sars-CoV-2 zu bekämpfen. Kleine Antikörperfabriken, die Plasmazellen, produzieren diese Proteine. Jeweils passgenau zu einer als fremd erkannten Struktur, auf die sie zielen; das so genannte Antigen, das den jeweiligen Erreger kennzeichnet. Autoantikörper richten sich gegen sogenannte Autoantigene. Und damit gegen körpereigene Strukturen wie Rezeptoren und Botenstoffe. Sie docken an ein solches Autoantigen an und markieren es für bestimmte Immunzellen. Woraufhin diese tätig werden und aufräumen. Das kann Folgen für Nerven oder andere Strukturen haben, abhängig davon, wo genau sich das Antigen befindet.

Weltexpresso – DAS GESPRÄCH DER WOCHE

Hamburger Abendblatt 28.06.2022
Die Corona-Zahlen steigen – und es ist noch nicht mal Herbst. Können Omikron-Impfstoffe die Pandemie einhegen? Experten sind skeptisch.

„Der Schutz vor einer Infektion hängt davon ab, ob auf den Atemwegen neutralisierende Antikörper sind“ sagt Immunologe Prof. Andreas Radbruch, Direktor des Deutschen Rheuma-Forschungszen­trums in Berlin.

Diese Antikörper verhinderten das Andocken des Virus an seine Wirtszellen. „Dazu müssen sie aus dem Blut durch das Epithel nach außen transportiert werden. Dieser Transport findet offenbar bei den mRNA-Impfstoffen auch statt, er ist nur nicht sehr ausgeprägt und hört schnell wieder auf“, so Radbruch weiter. Da auch der neue Impfstoff vom Prinzip her so arbeite wie der alte, sei hier keine Verbesserung zu erwarten.

Der Schutz vor einem schweren Krankheitsverlauf aber ist nicht nur von neutralisierenden Antikörpern abhängig, sondern auch von Immunzellen – dabei vor allem von den zytotoxischen Immunzellen, die vom Virus befallene Zellen abtöten. „Diese Zellen erkennen kleine Bruchstücke der Antigene“, sagt Radbruch. Da diese Zellantwort nach einer Corona-Impfung langfristig gut ausfalle, bleibe der Schutz vor einer schweren Erkrankung auch ohne zusätzliche Omikron-Impfung erhalten, so Radbruch. „Ob dieser Schutz bei den neuen Impfstoffen noch besser sein wird, wird die Zeit zeigen.“

Biontech & Co.: So wichtig wird die Corona-Impfung gegen Omikron – Hamburger Abendblatt

STERN 22.06.2022
CORONA-PANDEMIE
Mit Viertimpfungen gegen die Sommerwelle?

Radbruch betont: Schon die zweite und dritte Impfung schützten sehr gut vor schwerer Krankheit und Tod. Eine vierte Impfung mit den bisherigen Impfstoffen setze wahrscheinlich nur wenig darauf, könne aber eventuell sogar hinderlich sein, später auf neue Impfstoffe und Virusvarianten optimal zu reagieren.

«Ich denke, dass die Empfehlungen der Stiko sehr ausgewogen und sachgerecht sind», erklärte auch der Immunologe Andreas Radbruch, Wissenschaftlicher Direktor des Deutschen Rheuma-Forschungszentrums in Berlin. Eine vierte Impfung jetzt für alle sehe er aus mehreren Gesichtspunkten kritisch. Einer davon: Die vierte Impfung mit den bisher verfügbaren Impfstoffen schütze «nur sehr unvollkommen vor Infektion und Infektiosität». Radbruch bezieht sich dabei auf israelische Daten, die sich auf den Schutz vor Omikron beziehen. Er nimmt an, dass der Schutz auch eher kurz anhält.

Corona-Pandemie: Mit Viertimpfungen gegen die Sommerwelle? Was die Stiko sagt | STERN.de

ntv 16.06.2022
"Schnelleres Ende der Pandemie"
Experten sehen Chance in der Sommerwelle

Wie mit steigenden Inzidenzen in Deutschland umgehen? Der Virologe Klaus Stöhr rät davon ab, wieder zur Maske zu greifen. Im Gegenteil: Infektionen könnten Geimpften dabei helfen, sich langzeitig vor Corona zu schützen. Die Pandemie würde dadurch verkürzt.

Auch der Immunologe Andreas Radbruch sieht wie Stöhr eine Chance in der Sommerwelle: "Eine Sommer-Infektion nach vollständiger Impfung ist aus immunologischer Sicht, das Beste, was passieren kann", sagte der Chef des Deutsche Rheuma-Forschungszentrum Berlin (DRFZ) der "Bild"-Zeitung.

Daten zeigten, dass Impfung und Infektionen zusammen deutlich besser vor der Übertragung des Virus schützten als Impfung oder Infektion allein – “das könnte im Herbst zum Vorteil werden und die Verbreitung des Virus bremsen”.

“Schnelleres Ende der Pandemie”: Experten sehen Chance in der Sommerwelle – n-tv.de

Frankfurter Rundschau 14.06.2022
Neue Corona-Varianten: Drastischer Anstieg der Fallzahlen im Sommer möglich – was das für die Impfung bedeutet

Bezüglich der neutralisierenden IgG-Antikörper im Blut sei der „angepasste Impfstoff besser als das Original“, bestätigte auch Andreas Radbruch, wissenschaftlicher Direktor des Deutschen Rheuma-Forschungszentrums Berlin (DRFZ).
Bezüglich der neutralisierenden IgG-Antikörper im Blut sei der „angepasste Impfstoff besser als das Original“, bestätigte auch Andreas Radbruch, wissenschaftlicher Direktor des Deutschen Rheuma-Forschungszentrums Berlin (DRFZ).
Dennoch arbeite das Vakzin ähnlich wie der bisherige Moderna-Impfstoff. „Der Schutz vor Infektion wird ähnlich gering und kurzfristig sein“, betonte Radbruch. Der Schutz vor einer schweren Corona-Erkrankung werde aber „weiterhin sehr gut sein, ob er bei dem binären Impfstoff besser sein wird, wird die Zeit zeigen, es wäre aber nicht überraschend, wenn er auch nicht besser wäre.“
t-online 09.06.2022
In Portugal schnellt die Zahl der täglichen Corona-Neuinfektionen in die Höhe. Ursache ist die Omikron-Variante BA.5. Was erwartet uns in Deutschland?

Der ansteckendere Omikron-Subtyp BA.5 dominiert das Infektionsgeschehen in Portugal, befürchtet werden bereits neue Spitzenwerte bei den Infektionszahlen. Die Experten sind sich einig: BA.5 wird in Kürze auch in Deutschland dominant sein. Was bedeutet das für uns? t-online fragte den Immunologen Andreas Radbruch.

Dr. Andreas Radbruch ist Immunologe und Wissenschaftlicher Direktor des Deutschen Rheuma-Forschungszentrums Berlin. Er berät u. a. auch den Gesundheitsausschuss des Bundestages.

https://www.t-online.de/gesundheit/krankheiten-symptome/id_92306508/ba-5-in-portugal-wie-heftig-wird-die-naechste-corona-welle-wirklich-.html

mdr Wissen 02.05.2022
Corona: Weitere Booster-Impfungen für Gesunde frühestens im Herbst sinnvoll

Weitere Corona-Impfungen, also ein zweiter oder sogar dritter Booster, sind laut Experten nur bei geschwächten Immunsystemen sinnvoll. Gesunde stören ihre Immunität durch weitere Impfungen wahrscheinlich sogar.

Für die breite Bevölkerung sei eine weitere Booster-Impfung frühestens im Herbst sinnvoll, wenn ein an Omikron angepasster Impfstoff zur Verfügung steht erklärt Professor Andreas Radbruch, Direktor des Deutschen Rheuma-Forschungszentrums in Berlin.
Für die breite Bevölkerung sei eine weitere Booster-Impfung frühestens im Herbst sinnvoll, wenn ein an Omikron angepasster Impfstoff zur Verfügung steht. Wenn überhaupt. Denn in allen Geimpften läuft ein Prozess ab, der sich Affinitätsreifung nennt, erklärt Professor Andreas Radbruch, Direktor des Deutschen Rheuma-Forschungszentrums in Berlin. “Dabei nimmt die Konzentration der Antikörper gegen ein bestimmtes Virus in unserem Körper zwar ab. Doch diejenigen, die bleiben beziehungsweise neu gebildet werden, binden immer besser an die Rezeptoren des Virus.”
t-online 29.04.2022
Corona vor dem Ende?
Experte: Wir haben schon Herdenimmunität

Immer mehr Anti-Corona-Maßnahmen werden aufgehoben. Ist die Pandemie zumindest hierzulande damit besiegt?
t-online fragte den Immunologen Andreas Radbruch.

Die EU gab in dieser Woche bekannt, dass Schätzungen darauf hindeuten, dass 60 bis 80 Prozent der Bevölkerung wahrscheinlich schon infiziert waren. Außerdem wurde das Ende der “akuten Phase” der Pandemie verkündet. Was bedeutet das?

Das deutet darauf hin, dass “Herdenimmunität” bereits besteht, in dem Sinne, dass trotz hoher Infektionszahlen die Belastung für das Gesundheitssystem überschaubar ist. Ganz anders als am Anfang der Pandemie.

Corona vor dem Ende? Experte: Wir haben schon Herdenimmunität (t-online.de)

STERN 22.04.2022
Corona-Pandemie
Experten: Vierte Covid-Impfung nicht für alle notwendig

Das Abfallen der Antikörperspiegel nach einer Infektion oder Impfung sei "ein ganz normaler Vorgang", sagte der wissenschaftliche Direktor des Deutschen Rheuma-Forschungszentrums Berlin, Andreas Radbruch.

Was in der Diskussion oft zu kurz komme: Es sei dann zwar weniger Masse vorhanden, aber die Qualität der Antikörper nehme zu – “und zwar ganz drastisch”. Dieser sehr wichtige Prozess (Affinitätsreifung) dauere etwa ein halbes Jahr und könne nicht abgekürzt werden: Wer nun einen zweiten Booster in Erwägung ziehe, könne vor diesem Hintergrund “gut warten bis zum Herbst”. Unter dem Strich beschrieb Radbruch die Impfung als “extrem effizient”, ein langanhaltender Schutz sei anzunehmen.

Coronavirus: Vierte Impfung ist laut Experten nicht für alle notwendig | STERN.de

Focus 13.04.2022
63,3 Millionen Menschen sind in Deutschland mittlerweile geimpft – viele davon dreifach. Einige wenige klagen seither über ähnliche Symptome wie bei Long-Covid.

Der Immunologe Andreas Radbruch erklärt, was dahinter steckt.

Seltene Nebenwirkung

Der Immunologe Andreas Radbruch erklärt im Interview mit der „Welt“, wie die Long-Covid ähnlichen Symptome zustande kommen könnten. Das Phänomen sei demnach bekannt, aber nicht vollends verstanden. Dennoch gebe es mehrere Theorien. „Eine schreibt das Phänomen dem Epstein-Barr-Virus zu, mit dem sich 95 Prozent der Menschen bereits im mittleren Alter infiziert haben. Die Viren werden erfolgreich vom Immunsystem bekämpft, es schafft es aber nicht, sie vollständig zu eliminieren“, sagt Radbruch.

https://www.focus.de/gesundheit/coronavirus/seltene-nebenwirkung-immunologe-erklaert-warum-die-impfung-in-einzelfaellen-long-covid-ausloesen-kann_id_82709904.html

 

Merkur 12.04.2022
Warten auf den Omikron-Impfstoff? Immunologe rät davon ab – „Hat eben nicht besser funktioniert“

Seit nun mehr zwei Jahren herrscht die Pandemie, die Impfkampagne läuft immer noch.
Im Interview erklärt Immunologe Prof. Dr. Andreas Radbruch, inwieweit Corona so wirklich besiegt werden kann.

Im Interview mit t-online.de äußerte der Immunologe Prof. Dr. Andreas Radbruch, Wissenschaftlicher Direktor des Deutschen Rheuma-Forschungszentrums Berlin (DRFZ), nun seine Einschätzung hinsichtlich der Impffrage. Beratend im Gesundheitsausschuss des Bundestags tätig, vertritt der Mediziner die Ansicht, dass durchaus unterschieden werden müsse, in wessen Arm die Spritze gelangt.

http://www.merkur.de/welt/omikron-impfstoff-impfung-corona-auffrischung-pandemie-immunologe-sinnvoll-wann-fuer-wen-91474994.html

t-online 11.04.2022
Interview mit Andreas Radbruch, Wissenschaftlicher Direktor des DRFZ

Experte: Omikron-Impfstoff hält nicht, was er versprochen hat

Die Ständige Impfkommission empfiehlt bereits die vierte Impfung für bestimmte Gruppen. Nun zeigen Daten aus Israel: Auch diese könnte nicht ausreichen. Eine Experteneinschätzung.

https://beta.t-online.de/gesundheit/krankheiten-symptome/id_91976716/corona-pandemie-omikron-impfstoff-haelt-nicht-wie-erwartet-experte.html

t-online 08.04.2022
Interview mit Andreas Radbruch, Wissenschaftlicher Direktor des DRFZ

Immunologe macht Hoffnung auf Ende der Pandemie
Die Corona-Politik der Bundesregierung wirkt chaotisch. Insbesondere der Gesundheitsminister steht in der Kritik. Dennoch könnte es dieses Jahr ein Happy End geben, glaubt ein Experte.
t-online 28.03.2022
Infektion besser als Impfung? Wer den höchsten Schutz hat

Interview mit Andreas Radbruch, Wissenschaftlicher Direktor des DRFZ

Noch immer steigen die Zahlen der Corona-Infektionen. Doch wie sieht es mit unserem Schutz aus? Kann die vierte Impfung helfen? Ein Immunologe erklärt den Forschungsstand.

https://www.t-online.de/gesundheit/krankheiten-symptome/id_91881258/infektion-besser-als-impfung-wer-den-hoechsten-schutz-hat.html

Interview von t-online mit Prof. Andreas Radbruch, 24.03.22
Infektion besser als Impfung? Wer den höchsten Schutz hat

“Noch immer steigen die Zahlen der Corona-Infektionen. Doch wie sieht es mit unserem Schutz aus? Kann die vierte Impfung helfen? “:

“Schön wäre es, wenn eine vierte Impfung dann alles wieder richtet. Aber leider sind die Daten eher ernüchternd. Die jüngsten Daten aus Israel zeigen: Die vierte Impfung verbesserte den Schutz vor einer Infektion bei Moderna um elf Prozent, bei Biontech um etwa 30 Prozent. Und unerfreulicherweise hatten 40 Prozent unangenehme Nebenwirkungen.”

“…bei bestimmten Risikogruppen kann sie vorteilhaft sein. Kollegen aus Marburg und Gießen haben nachgewiesen, dass über 80-Jährige oft sehr schwach auf die ersten Impfungen reagieren, sozusagen mit Verzögerung. Da hilft dann vielen eine Impfung mehr. Auch sogenannte “Low-Responder” in anderen Altersklassen, also Menschen, die – aus welchen Gründen auch immer – keine gute Immunantwort auf die ersten Impfungen entwickelt haben, könnten von ihr profitieren.”

Andreas Radbruch im Interview

Eine akute Frage der Leibniz-Initiative: Frag Leibniz, 01.2022
Andreas Radbruch antwortet auf die Frage zum Immungedächtnis bei einer Covid-Erkrankung.

Warum wird in der aktuellen Diskussion bei von Corona genesenen Menschen nie das Immungedächtnis erwähnt? Sie sollen sich nach sechs Monaten auch gegen Corona impfen lassen, so als ob es bei einer Covid-Erkrankung kein Immungedächtnis der Immunabwehr gäbe. Ist das so?
In der Tat wird in der gegenwärtigen Diskussion (Anm.: Dezember 2021) um Impfungen gegen SARS-CoV-2 häufig übersehen, dass unser Immunsystem auf Krankheitserreger und Impfstoffe in zwei Phasen reagiert, der eigentlichen Immunreaktion und dann dem immunologischen Gedächtnis (Referenz 1).
In der ersten Phase, der Immunreaktion, werden die Immunzellen aktiviert und sie vermehren sich. Es werden viele Antikörper gebildet. Sind die Krankheitserreger oder Impfstoffe beseitigt, klingt die Immunreaktion ab, auch die Menge an Antikörpern nimmt etwas ab. Doch das Immunsystem hat jetzt ein Gedächtnis aus langlebigen Immunzellen gebildet. Die Immunzellen, die schützende Antikörper ins Blut sezernieren, überleben im Knochenmark für Jahrzehnte. Sie heißen Plasmazellen. Man nennt das auch „humorales” Immungedächtnis, Antikörper, die unsere Schleimhäute und über das Blut den ganzen Körper schützen. Auch andere Zellen des immunologischen Gedächtnisses, die Gedächtnis-Lymphozyten, überleben über Jahrzehnte, in der Milz, den Lymphknoten, in Darm und Lunge und im Knochenmark. Bei erneutem Kontakt mit dem Krankheitserreger werden sie schnell aktiviert und reagieren heftig, wenn ein Impfstoff oder Krankheitserreger doch einmal die Antikörperbarriere überwindet. Sie bilden das reaktive immunologische Gedächtnis, eine wirkungsvolle zweite Verteidigungslinie des immunologischen Gedächtnisses.
Bei Menschen, die mit SARS-CoV-2 infiziert waren und bei solchen, die mit den neuartigen mRNA-Impfstoffen geimpft wurden, hat man 6 Monate danach tatsächlich die SARS-CoV-2-spezifischen Antikörper-sezernierenden Plasmazellen im Knochenmark nachgewiesen. Und zwar ungefähr so viele, wie es sie dort auch gegen Tetanus gibt (Referenz 2). Ein untrügliches Indiz, dass sowohl die Infektion mit SARS-CoV-2 als auch die Impfung ein beeindruckendes immunologisches Gedächtnis induzieren. Von SARS-CoV, dem Vorläufer von SARS-CoV-2, der 2003 kursierte, wissen wir, dass dieses Gedächtnis unvermindert über bisher 17 Jahre erhalten bleibt. Das Immungedächtnis gegen SARS-CoV-2 schützt uns wirkungsvoll davor, bei einer Infektion schwer zu erkranken. Soweit man das bisher gut verfolgen kann, über die ersten sechs Monate nach Impfung oder Infektion, bleibt dieser Schutz zuverlässig bei über 95% (Referenz 3). Und es ist wahrscheinlich so, dass die wenigen, die dennoch schwer erkranken, die sogenannten „Impfdurchbrüche“, Pechvögel sind, deren Immunsysten „defekt“ ist und kein zuverlässiges Immungedächtnis aufgebaut hat.
1.) Radbruch A und Chang H.-D., A longterm perspective on immunity to COVID, Nature, 2021, https://doi.org/10.1038/d41586-021-01557-z

2.) Kim et al.,Germinal centre-driven maturation of B cell response to SARS-CoV-2 vaccination, BioRxiv 2021, doi: https://doi.org/10.1101/2021.10.31.466651
3.) Thomas et al. Safety and Efficacy of the BNT162b2 mRNA
Covid-19 Vaccine through 6 Months, NEJM, https://doi.org/10.1056/NEJMoa2110345

Die Antwort kommt von Prof. Dr. Andreas Radbruch, Wissenschaftlicher Direktor des Deutschen Rheuma-Forschungszentrums Berlin (DRFZ), eines Leibniz Instituts, und Präsident der Europäischen Föderation Immunologischer Fachgesellschaften (EFIS).

t-online 23.02.2022
Älteren, Menschen in Pflegeeinrichtungen, Immungeschwächten und dem medizinischen Personal wird seit Anfang Februar der vierte Anti-Corona-Piks empfohlen. t-online fragte den Immunologen Andreas Radbruch: Was bewirkt die vierte Impfung und für wen ist sie wirklich sinnvoll?

INTERVIEW

Immunologe stellt klar
“Auch die vierte Impfung wird das Problem nicht dauerhaft lösen”

Seit Anfang des Monats empfiehlt die Ständige Impfkommission die vierte Impfung für bestimmte Gruppen. Wie sinnvoll ist sie? Ein Immunologe schätzt den Nutzen ein.

https://www.t-online.de/gesundheit/krankheiten-symptome/id_91705294/immunologe-ueber-vierte-impfung-wird-das-problem-nicht-dauerhaft-loesen-.html

t-online 03.02.2022
Stiko plant vierte Impfung
Wie sinnvoll ist ein Booster nach dem Booster?

Der Immunologe Andreas Radbruch im Interview mit t-online "Fest steht: Die vierte Impfung erhöht die Zahl der Antikörper nur gering, etwa um das Fünffache. Und dieser Anstieg verschwindet dann schnell wieder. Und das wissen wir als Immunologen seit vielen Jahren aus der Erfahrung mit vielen Impfstoffen: Das Immunsystem passt sich der dauernden Boosterei an und reagiert am Ende gar nicht mehr."

Fast 45 Millionen Menschen haben bereits eine Booster-Impfung gegen das Coronavirus erhalten. Nun empfiehlt die Ständige Impfkommission bereits eine vierte Impfung. Wie könnte das aussehen?

https://www.t-online.de/gesundheit/krankheiten-symptome/id_91597476/vierte-corona-impfung-immunologe-warnt-vor-nachlassender-immunabwehr.html

Bild 31.01.2022
Kann man zu viele Antikörper haben?
Wolfgang Kubicki (FDP) warnt vor Überimpfung, sollte es zu verpflichtenden Impfungen kommen. Ist seine Sorge berechtigt?

BILD fragt den Immunologen Prof. Dr. Andreas Radbruch, Präsident der Europäischen Föderation der Immunologischen Fachgesellschaften (EFIS).

„Was normalerweise passiert, wenn man jemanden impft, der schon viele Antikörper im Blut hat, ist, dass dann gar nichts mehr passiert“, erklärt Immunologe Prof. Dr. Andreas Radbruch, Präsident der Europäischen Föderation der Immunologischen Fachgesellschaften (EFIS), auf Nachfrage von BILD. „Der Impfstoff wird von den Antikörpern abgefangen, bevor er eine Immunreaktion auslösen kann. Ab einer gewissen Konzentration von Antikörpern riegelt das Immunsystem ab und es werden keine neuen mehr gemacht.“ Das sogenannte immunologische Gedächtnis sei dann gesättigt.

Heißt: Wer genug Antikörper hat, kann mit weiteren Impfungen den Schutz nicht weiter erhöhen. „Allerdings können die Nebenwirkungen einer Impfung wieder auftreten, auch wenn es keine spezifische Immunreaktion mehr gibt. Und das kann unangenehm sein“, erklärt Radbruch.

https://www.bild.de/ratgeber/gesundheit/gesundheit/kubicki-warnt-vor-ueberimpfung-kann-man-zu-viele-antikoerper-haben-78994474.bild.html

t-online 27.01.2022
t-online fragte den Immunologen Andreas Radbruch nach seiner Einschätzung: Hat uns Corona doch besiegt?

t-online: Herr Radbruch, die Kontaktnachverfolgung wird weitgehend aufgegeben. PCR-Tests gibt es nur noch für die vulnerablen Gruppen. Was sehen wir hier gerade? Das ist ein Strategiewechsel, oder?

Heute vor zwei Jahren wurde der erste Corona-Fall in Deutschland nachgewiesen. Vieles, was seitdem als ultimatives Mittel zur Viruseindämmung galt, wird unter der sehr viel ansteckenderen Omikron-Variante weitgehend aufgegeben. t-online fragte den Immunologen Andreas Radbruch nach seiner Einschätzung: Hat uns Corona doch besiegt?

https://www.t-online.de/gesundheit/krankheiten-symptome/id_91545082/hat-corona-doch-gewonnen-sehen-eine-schweigende-kapitulation-vor-dem-virus-.html

Bild 16.01.2022
Booster – und dann?
Wie es mit der Corona-Impfung weitergehen könnte

Der Immunologe Prof. Dr. Andreas Radbruch, Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina dazu:
Wenn man dem Immunsystem Zeit lässt – ein guter Abstand zwischen zweiter und dritter Impfung ist laut dem Immunologen ein halbes Jahr – wird die Qualität der Antikörper immer besser. Die Immunzellen, die den noch vorhandenen Impfstoff im Körper Monate später erkennen würden und dadurch aktiviert würden, seien die besten. „Der immunologische Fachbegriff dafür ist: ‚Affinitätsreifung‘.“

Dr. Sebastian Ulbert ist Impfstoff-Forscher am Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie. Für ihn kommt der vierte Piks für alle vorerst nicht infrage. Denn: Es sei noch unklar, ob und wie stark die Wirkung der dritten Impfung bei Immungesunden nachlässt.

Es könne auch sein, dass man „wesentlich länger“ vor schweren Corona-Erkrankungen geschützt ist. Die Anzahl der Antikörper könnte zwar abnehmen, wichtig sei aber vor allem das immunologische Gedächtnis. Dort speichert der Körper die Informationen, wie er auf bestimmte Viren reagieren muss. So kann eine schnellere Immunreaktion ausgelöst werden.

Der gleichen Meinung ist auch Prof. Dr. Andreas Radbruch (68), Präsident der europäischen Föderation der immunologischen Fachgesellschaften (EFIS). Er bringt immer wieder den Faktor Zeit ins Spiel. Das Immunsystem brauche Zeit, um seine Antworten zu entwickeln. Es bringe nichts, hektisch immer wieder neu zu impfen. Denn wenn man zu schnell impfe, „ist das Immungedächtnis noch nicht voll entwickelt“, sagt Radbruch.

https://www.bild.de/ratgeber/2022/ratgeber/corona-4-impfung-wie-es-nach-dem-booster-weitergehen-koennte-78823000.bild.html

t-online 14.01.2022
Im Labor der US-Armee entwickelt
Was taugt der neue "Wunderimpfstoff"?

Mit neuen Corona-Varianten nimmt häufig die Wirksamkeit der Impfstoffe ab. Nun verkündet die US-Armee, ein von ihr hergestelltes Vakzin decke auch Virus-Mutanten ab. Andreas Radbruch, Immunologe und wissenschaftlicher Direktor des Deutschen Rheuma-Forschungszentrums Berlin, äußert sich zur Wirksamkeit von SpFN skeptisch.

Wird SpFN also ein “Game Changer”, der uns auch in Zukunft gegen Virusvarianten absichern kann? “Ich sehe hier keinen ‘Wunderimpfstoff'”, erklärt Dr. Andreas Radbruch. Er ist Immunologe und wissenschaftlicher Direktor des Deutschen Rheuma-Forschungszentrums Berlin. “Es handelt sich um einen Impfstoff mit mehreren Komponenten, aber von SARS-CoV-2 nur verschiedene Formen des Spike-Proteins. Ob dieser Impfstoff gegen alle nur denkbaren, heute noch gar nicht existierenden Varianten von SARS-CoV-2 schützt, sei dahingestellt. Ich wäre da skeptisch.”

https://www.t-online.de/gesundheit/krankheiten-symptome/id_91472894/von-der-us-armee-entwickelt-was-taugt-der-neue-wunderimpfstoff-.html

RTL News 13.01.2022
Diskussion um vierte Impfung

Immer weiter boostern, um Corona in Schach zu halten? Daran glaubt Prof. Andreas Radbruch, Immunologe und Direktor des Deutschen Rheuma-Forschungszentrum in Berlin, nicht.

“Die vierte Impfung mit dem gleichen Impfstoff in der gleichen Dosis wird nur ganz geringe Effekte haben”, sagt er im Interview mit RTL. “Die fünfte wird gar keine Effekte mehr haben – außer vielleicht unerwünschte Nebenwirkungen.” Warum es aus seiner Sicht sinnlos ist, alle paar Monate zu boostern, erklärt er im Video.

https://www.rtl.de/cms/vierte-corona-impfung-immunologe-radbruch-haelt-das-boostern-alle-paar-monate-fuer-sinnlos-4898848.html?

t-online 07.01.2022
Interview: Immunologe Andreas Radbruch macht Hoffnung

Bringt Omikron die Wende? "Es sieht sehr gut aus!"

Erst zwei Pikse, dann Boostern  jetzt wird in Israel bereits die vierte Spritze verabreicht. Was ist sinnvoll? Ein Experte erklärt den derzeitigen Wissensstand. 

Wie viele Spritzen brauchen wir, um Corona in den Griff zu bekommen? Angesichts der Gefahr durch die Omikron-Variante startete Israel bereits eine Impfkampagne für den vierten Piks für Ältere und Immungeschwächte. Doch erste Ergebnisse sind eher bescheiden. Brauchen wir so viele Impfungen wirklich? t-online fragte den Immunologen Andreas Radbruch.

https://www.t-online.de/gesundheit/krankheiten-symptome/id_91434358/corona-pandemie-bringt-omikron-die-wende-es-sieht-sehr-gut-aus-.html

Deutschlandfunkkultur 05. Januar 2022
Interview mit Andreas Radbruch, wissenschaftlicher Direktor des DRFZ

„Wir müssen lernen, mit dem Virus zu leben“

Die Omikron-Variante des Coronavirus breitet sich auch in Deutschland schnell aus. Nun wurden die Regeln für die Dauer der Isolation und Quarantäne für bestimmte Berufsgruppen gelockert. Der Immunologe Andreas Radbruch sieht darin die „Kapitulation der Zero-Covid-Fraktion“.

https://www.deutschlandfunkkultur.de/kontakte-reduzieren-oder-mehr-boostern-wie-koennen-wir-normalitaet-denken-dlf-kultur-f2215b1e-100.html

www.bild.de, 13.1.2022
Immunologie-Professor Radbruch klärt auf

Warum werden wir alle mit den mRNA-Impfstoffen Biontech oder Moderna geboostert?

„Die mRNA-Impfstoffe haben eine bessere Verträglichkeit, als man das je erwartet hätte“, erklärt Immunologe Prof. Andreas Radbruch (DRFZ), Mitglied der Wissenschaftsakademie Leopoldina: „Die neuen Impfstoffe, die vor der Zulassung stehen, sind aber auch sehr gut zur Auffrischung im kommenden Jahr geeignet.“

https://www.bild.de/ratgeber/gesundheit/gesundheit/immunologie-professor-erklaert-warum-boostern-wir-nur-mit-biontech-und-moderna-78409558.bild.html

www.t-online.de, 01.12.2021
Der Immunologe Dr. Andreas Radbruch (DRFZ) und der Epidemiologe Dr. Hajo Zeeb (BIPS) im Interview

In Deutschland gibt es immer mehr Superhotspots. Corona-Patienten müssen aus Bettennot quer durchs Land geflogen werden. Hilft nur noch ein Lockdown? Zwei Experten liefern vor der Kamera Antworten.
Der Immunologe Dr. Andreas Radbruch und der Epidemiologe Dr. Hajo Zeeb legen dabei nicht nur die Fehler der bisherigen Pandemiebekämpfung offen, sie sprechen auch aus, was wirklich notwendig wäre, um die Lage wieder zu beruhigen.
t-online, 23.11.2021
Interview von t-online mit Prof. Andreas Radbruch

Trotz Impfdurchbrüche - Immunologe: "Wir haben wunderbare Impfstoffe".

Andreas Radbruch  im Interview mit t-online am 23.11.21 über Boosterimpfungen, Schnelltests, Kreuzreaktivität und die Zukunft mit dem Corona-Virus als “ungeliebten Hausgenossen”

Obwohl sich Impfdurchbrüche häufen: Die Impfstoffe sind “hochpotent”: “Sie schützen sehr gut vor einer schweren Erkrankung, zu mehr als 95 Prozent.”

Aber: “Der Schutz vor einer Infektion als solcher geht in den Wochen nach der Impfung etwas zurück.”

Booster-Impfungen sind wichtig: “Für die Booster-Impfung für alle in der Bevölkerung gilt: Sie steigert in den Wochen nach der Impfung den Schutz vor schwerer Krankheit von etwa 95 auf etwa 99 Prozent. Das ist vor allem für Ältere und Menschen mit einem geschwächten Immunsystem wichtig.”

Und: Für uns alle ist das Boostern wichtiger, um die allgemeine Viruslast in der Bevölkerung zu senken, um so die vierte Welle zu brechen und die Ungeimpften vor infizierten Geimpften zu schützen. Denn für die Ungeimpften ist nach wie vor das Risiko viel, viel höher als für die Geimpften, mit einer Infektion im Krankenhaus zu landen.

2G plus testen ist sicher ein guter Weg!

Aber: “Schnelltests erkennen niedrige Viruslasten nicht zuverlässig, aber mittlere und schwere Viruslasten ziemlich gut und sehr schnell. Und darauf kommt es an. Infizierte mit hoher Viruslast sind ja die Menschen, die viele andere anstecken. Die Schnelltests sind ziemlich nützlich, um einen Überblick über das Infektionsgeschehen zu behalten.”

“In der neuen Veröffentlichung wird gezeigt, dass diese “kreuzreaktive” Immunität bei Covid-19 wahrscheinlich durch Infektionen mit harmlosen Corona-Erkältungsviren ausgelöst wird, bei denen einige Bestandteile sehr ähnlich zu Bestandteilen von SARS-CoV-2 sind.”

Zukunft: “Das Virus wird uns begleiten wie ein ungeliebter Hausgenosse. Wir müssen lernen, damit umzugehen. Wenn alle entweder geimpft oder genesen sind, oder beides, und wir bei der Hygiene achtsam bleiben, und keine neuen Virusmutanten auftauchen, gegen die unsere Immunität nicht hilft, sollten wir unser Leben zurückbekommen können.”

Lesen Sie den gesamten Artikel bei t-online:

 

Andreas Radbruch im Interview mit t-online über die aktuelle und zukünftige Corona-Lage, 04.11.21

Experte warnt: "Corona ist nach diesem Winter nicht vorbei"

“Corona ist nach diesem Winter nicht vorbei. Wir müssen uns darauf einstellen, dass dieses Virus ähnlich wie das Grippe-Virus immer wieder zurückkommt. Und dabei sind die SARS-CoV-2 Impfstoffe wahrscheinlich viel besser als die Vakzine, die wir gegen Influenza haben. Da gab es schon viele Tote, weil der Impfstoff immer wieder angepasst werden muss. Bei SARS-CoV-2 ist das glücklicherweise bis heute nicht der Fall.”

“Bevor die Pandemie nicht weltweit in den Griff bekommen wird, sind wir auch nicht sicher. Statt hierzulande den Impfschutz für alle von 95 auf 99 Prozent zu erhöhen, wäre es wichtiger, den Impfstoff in die Länder zu bringen, die aktuell Impfquoten von nahezu null haben. Denn die Beispiele Australien oder Neuseeland haben es gezeigt: Kein Land kann seine Grenzen dauerhaft schließen. Und die Gefahr einer Virusmutation droht von den Ungeimpften.”

Lesen Sie den gesamten Artikel in t-online.

 

Interview mit der Schweizer Mediengruppe CH Media mit Prof. Andreas Radbruch, 22.09.2021
Man braucht keine jährliche Impfung

Andreas Radbruch, Immunologe an der Charité in Berlin, erklärt, warum für Senioren die dritte Impfung gut ist. Und es dann genügt.

Der Direktor des DRFZ empfiehlt:

“Die über 60-Jährigen sollten sich ein drittes Mal impfen lassen. Aber auch dann wird man Spitaleinweisungen und Todesfälle nicht ganz ausschließen können. Es wird immer einige wenige geben, die zumindest «mit dem Virus» sterben.”

Der Immunologe geht allerdings davon aus, dass jährliche Impfungen nicht notwendig sein werden:

“Nein! Es geht nur darum, das Immunsystem so auf Touren zu bringen, dass das immunologische Gedächtnis gut genug ist. Das ist anders als bei der Grippe – da sollte man sich jährlich impfen lassen, weil verschiedene Stämme kursieren und die Impfstoffe nicht zu allen passen. Bis jetzt decken die Impfungen für Sars-Cov-2 alle Mutanten ab und man wird keine jährlichen Boosterimpfungen brauchen.”

Andreas Radbruch im Interview

Artikel mit Kommentaren von Andreas Radbruch bei Spektrum.de, 30.08.21
Nachlassende Immunität nach Corona-Impfung?

Warum Impfdurchbrüche wohl nicht tragisch sind 

»”Die mRNA-Impfstoffe sind sehr effektiv, kurzfristig Ansteckungen und langfristig schwere Covid-19-Verläufe zu verhindern”, sagt Andreas Radbruch. Immunologen unterscheiden dabei zwischen protektiver und reaktiver Immunantwort. Erstere beschreibt, dass zwei Wochen nach einer Infektion oder Impfung sehr viele Antikörper im Blut und auf den Schleimhäuten sind – der Körper ist meist völlig gegen eine neuerliche Infektion mit dem gleichen Erreger geschützt.

Warum die Zahl der Antikörper sinkt

Danach sinken die Antikörperspiegel kontinuierlich. “Ein halbes Jahr nach der Impfung ist die Antikörperkonzentration auf 20 Prozent des Maximalwerts gesunken – das ist normal nach einer Infektion oder Impfung”, sagt Radbruch…

Durch die beständige Antikörperproduktion im Knochenmark ist der Körper nicht mehr wehrlos gegen eine Reinfektion. “Aber wenn man eine hohe Dosis Virus abbekommt, kann man sich trotzdem infizieren”, sagt Radbruch…

Aber der Körper ist trotzdem nach einer Impfung oder einer Infektion mit Sars-CoV-2 weitaus besser gewappnet gegen eine neuerliche Episode von Covid-19 – und zwar wegen der so genannten reaktiven Immunantwort…

Dieses kann durch Gedächtniszellen ausgelöst werden, die im Blut patrouillieren. Bei Kontakt mit ihrem spezifischen Antigen werfen sie die Antikörperproduktion schnell wieder an. Das ist wohl einer der Gründe, warum Durchbruchinfektionen meist schnell eingedämmt werden dann mild verlaufen, ein anderer ist die zelluläre Immunabwehr durch zytotoxische T-Zellen.«

Zum Artikel in Spektrum.de

Interview von t-online mit Prof. Andreas Radbruch, 23.08.21
Testpflicht auch für Corona-Geimpfte?

Corona-Experte fordert Testpflicht auch für Geimpfte

“Was wir in Island, aber übrigens auch in Israel oder Großbritannien sehen, überrascht Immunologen nicht. Keine Impfung ist zu 100 Prozent sicher. Und auch die Konsequenz, die in Island gezogen wird, ist absolut richtig: Auch Geimpfte und Genesene sollten weiter getestet werden.

“Und das gilt auch für die jetzt geltende 3G-Regel. Hier sollten auch Geimpfte und Genesene in die Testpflicht einbezogen werden, denn auch sie können das Virus weitertragen. Die Impfung schützt gut vor einem schweren Krankheitsverlauf, aber nur bedingt vor Infektion und Infektiosität.”

Lesen Sie den gesamten Artikel in t-online.

Interview von t-online mit Prof. Andreas Radbruch, 20.08.21
Drittimpfung gegen Covid-19?

Experte rät ab: "Wir stochern im Nebel"

“Die Datenlage zur Wirksamkeit einer dritten Impfung ist bislang nicht ausreichend … Wenn Menschen auf zwei Impfungen keine ausreichende Immunantwort bilden konnten, warum sollte es dann nach dem dritten Piks klappen? Oder kriegt man tatsächlich eine bessere Immunität? Aktuell stochern wir da tatsächlich im Nebel.”

Sogar eine “Überimpfung” wäre möglich:

“Dann können zwei Dinge passieren: Zum einen wird das Immunsystem irgendwann gesättigt sein, es reagiert nicht mehr, indem es noch mehr  Antikörper macht. Weitere Impfungen werden sinnlos. Das sehen wir zum Beispiel bei Tetanus. Der Immunschutz funktioniert gut, wenn man alle fünf bis zehn Jahre nachimpft. Tut man das dagegen schon ein Jahr nach der letzten Impfung, reagiert das Immunsystem gar nicht mehr, es ist noch gesättigt.”

Lesen Sie den gesamten Artikel in t-online.

 

Andreas Radbruch answers questions about the coronavirus

Prof. Andreas Radbruch explains how exactly the corona virus affects the body, which type of drug search would probably be the fastest and what can be learned from corona cases in China and Australia in a podcast initiated by the Leibniz Association and t-online.de, moderated by Ursula Weidenfeld (in German only).

Folge 4: Corona-Frage: Wie reagiert das Immunsystem auf das Coronavirus?

Quelle: www.leibniz-gemeinschaft.de

medAudio Podcast mit Professor Andreas Radbruch III, 22. Januar 2021
COVID-19: Antikörper sind nicht alles!

Der Präsident der European Federation of Immunological Societies (EFIS) Prof. Andreas Radbruch über fragliche Zahlen.

Hören Sie hier den Podcast von medAudio – der Podcast von Ärzten für Ärzte

medAudio Podcast mit Professor Andreas Radbruch II, 20. Januar 2021
COVID-19: WIE wirkt WELCHES Vakzin?

Der Präsident der European Federation of Immunological Societies (EFIS) Prof. Andreas Radbruch mit konkreten Tipps.

Hören Sie hier den Podcast von medAudio – der Podcast von Ärzten für Ärzte

Direkter link zu dieser Ausgabe in der Soundcloud

 

medAUDIO Podcast mit Professor Andreas Radbruch I, 20. Januar 2021
COVID-19: Gefährliche Mutationen?!

Der Präsident der European Federation of Immunological Societies (EFIS) Prof. Andreas Radbruch mit einer Einordnung.

Hören Sie hier den Podcast von medAudio – der Podcast von Ärzten für Ärzte

Direkter link zu dieser Ausgabe in der Soundcloud

 

Publication in "Trillium Immunologie", the magazine of the German Society for Immunology DGfI, 3/2020

Immunity to SARS-CoV-2: the complexity of the immunological memory

link to the publication by Andreas Radbruch, Hyun-Dong Chang and Mir-Farzin Mashreghi (in German only)

Interview von t-online mit Prof. Andreas Radbruch, 19.09.2020
Weshalb eine Erkältung vor Covid-19 schützen könnte

Warum manche Covid-19-Patienten schwer erkranken und auf der Intensivstation landen, ist noch immer unklar. Im Interview erklärt ein Experte, welche wesentliche Rolle das Immunsystem spielen könnte.

Quelle: t-online , Von Melanie Weiner, 19.09.2020, 13:35 Uhr

Der Immunologe Professor Dr. Andreas Radbruch hat bereits im t-online-Podcast “Tonspur Wissen” über die Auswirkungen des Coronavirus auf den Körper gesprochen. Im Interview erklärt er nun, warum das Immunsystem eine Covid-19-Erkrankung noch verschlimmern kann und was er von der aktuellen Forschungsarbeit zur Bradykinin-Hypothese hält.

t-online: Herr Professor Radbruch, neue Forschungen zeigen, dass Hormone für viele schwere Covid-19-Fälle verantwortlich sein könnten. Die sogenannte Bradykinin-Hypothese besagt, dass das Coronavirus körpereigene Funktionen wie die Regulierung des Blutdrucks durcheinanderbringt und zu einer Überreaktion des Immunsystems führt. Wie schätzen Sie als Immunologe diese Theorie ein?

Prof. Radbruch: Ich bin etwas überrascht über den Widerhall dieser Studie in den öffentlichen Medien. An sich ist das relativ trivial. Denn die Immunreaktion bei Covid-19-Patienten kann zu einer Entzündung führen und die ist eben von gefäßerweiternden Hormonen begleitet. In diesem Fall ein sogenanntes Peptid-Hormon mit dem schönen Namen “Bradykinin”. Dieses ist nicht sehr viel anders als Histamin. Eine holländische Forschungsgruppe hat bereits im April diese Hypothese aufgebracht und Bradykinin ins Spiel gebracht. Die neue US-Studie hat einfach nur die Untersuchung anderer ausgewertet und aufs Papier geschrieben.

Den Studienautoren zufolge stellt der Körper immer weiter Bradykinin her, das nicht abgebaut werden kann. Ein “Bradykinin-Sturm” soll dann verantwortlich für viele Todesfälle bei Covid-19-Patienten sein. Finden Sie das plausibel?

Ich finde, das kann man nicht als Sturm bezeichnen. Ich sehe das eher als eine Reflexion der andauernden Krankheit, die sich über Wochen und Monate hinziehen kann. Die Patienten sind leider teilweise sehr lange auf der Intensivstation. Das zeigt für mich, dass dort eine schwere Entzündung im Gange ist. Ob das Coronavirus konstant die Zellen dazu bringt, Bradykinin herzustellen, das ist vollkommene Spekulation.

Es ist auch sehr schwer, das Bradykinin nachzuweisen. Das ist in der Studie gar nicht passiert. Wenn sie wenigstens gemessen hätten, dass das Bradykinin selbst vor Ort extrem hoch konzentriert ist, dann hätte man einen Beleg.

Auch von einem “Zytokin-Sturm” wurde in vorherigen Arbeiten gesprochen …

Damit sind Entzündungszytokine gemeint, die plötzlich in großer Menge ausgeschüttet werden. Es gab eine Literatur, die behauptet hat, dass Covid-19-Patienten dadurch eine Sepsis, also eine Blutvergiftung, erleiden. Der Effekt ist vergleichbar mit einem anaphylaktischen Schock: Wenn man allergisch ist, kann es unter Umständen passieren, dass der Stich einer Biene reicht, um einen umzubringen.

Ich denke aber, dass es auch hier nicht passend ist, das als Sturm zu bezeichnen. Denn die Patienten sind ja gar nicht in einer stürmischen, sondern einer chronischen Entzündungssituation. Ein Sturm würde ja wieder vorbeigehen. Kommt dann eine Sepsis hinzu, ist das sehr gefährlich. Am Anfang ist sie extrem heftig und dann erholt man sich davon − oder eben nicht. Es ist heute noch ein riesiges medizinisches Problem, eine Sepsis zu beherrschen.

Stimmt es, dass es geschlechtsspezifische Unterschiede gibt und Männer eher anfällig für Überreaktionen des Immunsystems sind?

Ja, es scheint so zu sein, dass die Reaktionen bei Frauen milder ausfallen. Männer reagieren da heftiger. Die Ursachen dafür sind aber noch unklar.

Das ist auch bei Autoimmunerkrankungen so, einige davon bekommen vorwiegend Männer, andere eher Frauen. Bei Frauen ist das Ganze ausbalancierter. Bis heute weiß man nicht genau, warum zum Beispiel vorwiegend Frauen Lupus bekommen und nicht auch mindestens genau so viele Männer.

Sie selbst haben in einem Forschungsteam die Immunantwort der Covid-19-Patienten auf der Intensivstation der Charité in Berlin untersucht. Was sind Ihre Erkenntnisse?

In unserem Manuskript beschreiben wir, dass das Coronavirus eine chronische Immunreaktion anstößt. Bei den schwer erkrankten Patienten, die wir auf der Intensivstation der Charité anschauen, verschwindet das Virus nach einer gewissen Zeit – aber die Immunreaktion und somit die Entzündung gehen weiter. Der Körper versucht, die Immunreaktion abzubremsen, aber er schafft es nicht. Warum das bei einigen Covid-19-Patienten so ist und bei anderen nicht, das ist immer noch ein großes Rätsel. Man kann davon ausgehen, dass es damit zusammenhängt, wie das Immunsystem des Infizierten mit dem Virus umgeht. Ob es einen Weg findet, das Coronavirus effizient und schnell zu klären oder eben nicht.

Wir vermuten auch, dass eine Autoimmunreaktion ausgelöst wird. Es gibt viele Krankheiten wie chronische Darmentzündungen, wo das Immunsystem gegen eigene Bestandteile reagiert, gegen die es aber nicht reagieren sollte. Das Zytokin, das wir angeguckt haben, heißt TGF-β. Die Patienten entwickeln im Laufe der Zeit immer mehr davon, die Zellen in der Lunge sind zum Beispiel voll damit. Eigentlich sollte das Zytokin die Immunreaktionen unterdrücken, doch das geschieht nicht. Die Patienten werden dann mit Medikamenten behandelt, um die Symptome in den Griff zu bekommen. Doch das Zytokin hat auch die unfreundliche Seite, dass es zu Vernarbungen im Lungengewebe führen kann. Das ist eine Nebenwirkung, die schon früher bei schweren Verläufen von Covid-19 beschrieben wurde.

Daraus können also dann Langzeitschäden entstehen …

Ja genau, die Schleimhäute können vernarben. Das Gewebe ist dann mitunter nicht mehr funktionsfähig.

Spielt es eine Rolle bei der Schwere der Erkrankung, wie gestärkt das Immunsystem vor der Infektion ist?

Patienten, die unter einem unterdrückten Immunsystem leiden, zum Beispiel bei Rheuma, wird nicht empfohlen, die Immunsuppression aufzuheben. Sie sollten ihre Medikamente weiterhin einnehmen. Es scheint also doch etwas anderes zu sein, ob man eine chronische Entzündung hemmt oder eine akute Immunreaktion gegen einen Erreger hat. Da gibt es bisher keine Hinweise darauf, dass diese Patienten mit unterdrücktem Immunsystem schlechter auf das Virus reagieren.

Es scheint eher so zu sein, dass die meisten Corona-Infizierten schon eine Art Vorprägung haben, weil der Körper so etwas Ähnliches mit verwandten Erregern bereits durchgemacht hat. Das Immunsystem besitzt dann Gedächtniszellen. Hat jemand eine Infektion mit anderen Erkältungsviren durchgemacht, kann es also sein, dass er sehr schnell und effizient auf SARS-CoV-2 reagiert. Die Patienten hingegen, die das nicht tun, die sind schlimm dran. Das scheint sehr viel entscheidender zu sein, ob jemand auf die Intensivstation muss oder nicht. Auch die Dosis des Erregers, seine Lebendigkeit und seine Fähigkeit, in die Tiefen der Lunge vorzudringen, entscheiden über den Verlauf.

Vielen Dank für das Gespräch, Prof. Radbruch!

Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland zum Stop der Impfstoff-Studie von AstraZeneca, 09. September 2020

RND-Videoschalte: “Bei den Wissenschaftlern schrillen die Alarmglocken”
Im RND-Interview erklärt der Immunologe Andreas Radbruch, Wissenschaftlicher Direktor am Deutschen Rheuma-Forschungszentrum Berlin und Präsident der Europäischen Föderation der Immunologischen Fachgesellschaften, ob es einen Zusammenhang zwischen Krankheit und Impfung geben könnte – und was das für die Entwicklung eines Corona-Impfstoffs bedeutet

link zum Video

Quelle: www.rnd.de

Cell sorting in immunological memory and the past, present and future of immunology, 04, 2020

An article about the research background and the methods at the DRFZ. The focus is not on the corona pandemic. But it gives insight into the state of research on the immune system and why a disrupted immune system attacks the own body instead of protecting it.

Interview with Andreas Radbruch

Source: “Flowcytometry News” of BD Biosciences

Webinar with Andreas Radbruch, initiated by IUIS, the International Union of Immunological Societies, 11. Mai 2020
Adaptive Immunity: Memory, Protection and Immunopathology in COVID-19
(Link below)
  • What do we know about the adaptive immune reaction to Sars-CoV-2?
  • Why do humans react so heterogeneously to Sars-CoV-2?
  • Does the adaptive immune system provide protection and for how long?
  • How can we challenge the system with a vaccine to establish longlasting, efficient immunity

Recording of the talk here

Source: https://iuis.org

Immunologist on Covid-19: "Vaccines against the new coronavirus already exist

10. April 2020, By Melanie Weiner, t-online.com

“There are many open questions about the coronavirus. Scientists all over the world are researching new tests, drugs and vaccines against SARS-CoV-2. An expert explains what approaches are available and how reliable the tests are.

The rheumatologist and immunologist Prof. Dr. Andreas Radbruch is currently in great demand. After he was already a guest in the podcast “Tonspur Wissen“, he talks with t-online.de about vaccine development, possible immunity in recovery and the advantages and disadvantages of the individual test procedures.  … “

Zeitungsbeitrag mit Kommentaren von Andreas Radbruch, 21. April 2020
Coronavirus Strategie - Wie sinnvoll ist der schwedische Sonderweg?

Strategien zur Bekämpfung der Koronapandemie - ist der schwedische Weg sinnvoll? Immer wieder wird Schweden als Referenz herangezogen, wenn es um einen anderen - vermeintlich besseren - Ansatz zur Bekämpfung der Koronapandemie geht. Aus gutem Grund?

Quarks.de/Gesundheit/Medizin

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